Die energiepolitischen Ziele der EU sind ambitioniert: Bis 2020 sollen 20 Prozent CO2-Emissionen eingespart, der Anteil an erneuerbaren Energien auf 20 Prozent erhöht und der Energieverbrauch um 20 Prozent reduziert werden. In der Stuttgarter Liederhalle informierten Mitte Oktober Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung knapp 400 geladene Gäste über den Beitrag, den die Energieeffizienz zu diesem Vorhaben leisten kann.
Stephan Kohler von der Deutschen Energie-Agentur (dena) stellte die Position des Bundes vor und betonte, dass die Energieeffizienz volkswirtschaftlich mehr bringe, als alle anderen Strategien. Folglich gelte es, sie in den Mittelpunkt der Energiepolitik zu stellen – national, europäisch und weltweit.
Was das Land Baden-Württemberg laut Karl Greißing, von Moderator Hans Lang (EnBW) respektvoll als "der kleine Umweltminister" vorgestellt, bereits tut: Die neue Landesregierung hat das Thema in einem Ministerium gebündelt und personell stärker unterfüttert. Als führende Klimaschutzregion denke man derzeit ferner über ein Landesklimaschutzgesetz nach.
Aus Brüssel war das Mitglied des Europäischen Parlaments, Daniel Caspary, nach Stuttgart gekommen. Er lobte die Energieeffizienz der deutschen Wirtschaft, wies jedoch darauf hin, dass nur 50 Prozent der kleinen Unternehmen ihre Energieverwendung kontrollieren. Ein Manko, dass aus seiner Sicht weniger auf ein Regelungsdefizit, als vielmehr auf ein Erkenntnisproblem verweise.
Die gemeinsam von der EnBW Vertrieb GmbH und dem Baden-Württembergischen Handwerkstag (BWHT) durchgeführte Veranstaltung ging dieses Jahr bereits in ihre siebte Runde – was alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, stehen beide Partner auf dem Energiedienstleistungsmarkt doch teilweise in Konkurrenz. Oskar Vogel, Hauptgeschäftsführer des BWHT, und EnBW-Geschäftsführer Gerhard Kleih betonten in ihren Reden jedoch unisono, dass man sich in einer konstruktiv-kritischen Zusammenarbeit befinde, die, so Kleih, "bundesweit einzigartig" sei. Wobei das Land Baden-Württemberg als EnBW-Großaktionär laut Vogel auch ein Wörtchen mitzureden habe: "Wir erwarten vom Land ein klares strukturpolitisches Bekenntnis, das nicht allein energiepolitisch, sondern gleichermaßen auch mittelstandspolitisch ausgerichtet sein muss."
Einen Bericht mit Bildern sowie Downloads der Vorträge gibt es auf der Internetseite der




