Unter dem Titel "Neues wagen, Lösungen gestalten" hat eine vom Baden-Württembergischen Handwerkstag (BWHT) mit getragene Fachkräftekonferenz im Stuttgarter Haus der Wirtschaft Strategien zur Bewältigung des Fachkräftemangels vorgestellt. Zunächst lieferte in einem einführenden Impulsvortrag die Prognos AG Fakten: eine vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Studie zeigt, dass in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2030 rund 500.000 Arbeitskräfte fehlen werden. Gegengesteuert werden könne durch Weiterbildung, Erhöhung der Arbeitszeit von Teilzeitkräften, bessere Erwerbsbeteiligung von Frauen und eine bessere Ausbildung.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Dr. Peter Kulitz vom Industrie- und Handelskammertag sowie Eva Strobel von der Bundesagentur für Arbeit wies BWHT-Vizepräsident Manfred Stather darauf hin, dass im Handwerk derzeit verstärkt Nachwuchsprobleme entstünden – auch aufgrund der Konkurrenzsituation von Handwerk und Industrie. Er forderte, Auszubildende stärker für eine Lehre im Handwerk zu begeistern. Zwar könnten Handwerksbetriebe bei der Entlohnung nur schwer mithalten, böten dafür jedoch eine familiäre Atmosphäre und ein gutes Arbeitsklima.
Am Nachmittag fanden diverse praxisorientierte Foren statt, für das Handwerk bot vor allem das Thema "Altersgemischten Teams" interessante Einblicke. Drei Unternehmen berichteten, wie sie Mitarbeiter schulen und Qualifikationen und Wissen von Alt zu Jung weitergeben. Eine Kernaussage war, dass vor allem die systematische Weitergabe von Erfahrungswissen viel Zeit brauche. Was ein Problem darstellt, da der demografische Wandel schleichend vonstatten geht und oft zu spät wahrgenommen werde.
Gezeigt wurde, dass es unverzichtbar ist, ältere und jüngere Mitarbeiter zusammenzuführen: So haben ältere Arbeitnehmer oft ein umfangreiches Erfahrungswissen mit Techniken, die schon lange nicht mehr produziert werden, aber vielerorts noch im Einsatz sind. Ein Wissen, dass im Falle von Reparaturen oder Wartungen jedoch abrufbar sein muss. Jüngere Mitarbeiter punkten dagegen mit neuesten Ausbildungsinhalten und Computerkenntnissen. Altersgemischte Teams sind somit breit aufgestellt und können sich gegenseitig befruchten.



