Parlamentarischer Abend: Schlachtfest 2009

Man werfe Handwerk, Wirtschaft und Landespolitik, dazu herbstlich-kulinarische Spezialitäten aus der Metzgerküche in einen Topf mit deftiger Satire des Kabarettisten Thomas Freitag – kräftig umgerührt und heraus kam das Schlachtfest 2009. Auch in diesem Jahr wechselten viele Gäste direkt aus dem Landtag zum Parlamentarischen Abend und zum lockeren Meinungsaustausch mit den Spitzen der Handwerksorganisationen.

Mit dem Schlachtfest hat das Handwerk einen politisch-gesellschaftlichen Treffpunkt ins Leben gerufen. Dies unterstrich die große Zahl der Parlamentarier, die Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle im Forum der Handwerksammer Region Stuttgart begrüßen konnte: "Schlachtfeste haben in der handwerklichen Kultur eine lange Geschichte und einen festen Platz."

Die Gäste

Ob Landtagspräsident Peter Straub, Finanzminister Willi Stächele, Sozialministerin Monika Stolz, Umweltministerin Tanja Gönner, Landwirtschaftsminister Peter Hauk (alle CDU), die Staatssekretäre Gundolf Fleischer , Hubert Wicker und Dieter Hillebrand (alle CDU) oder die Fraktionsvorsitzenden Stefan Mappus (CDU), Claus Schmiedel (SPD), Hans-Ulrich Rülke (FDP) und Winfried Kretschmann (Grüne) sowie viele weitere Mitglieder des Landesparlaments – alle waren sie zum Tag der persönlichen Begegnung gekommen.

Das Kulinarische

Auf den Tisch kamen natürlich allerhand Schweinereien vom Schmalzbrot bis zum Rüsselfleisch. Der Freiburger Kammerpräsident Martin Lamm stiftete wie schon im letzten Jahr badischen Wein, die Brauerei Dinkelacker war mit altem Stuttgarter Trinkgenuss, dem Wulle-Bier, vertreten. Bevor aber alle zu Messer und Gabel griffen, galt es erst mal geistige Nahrung zu verdauen.

Das Kabarettistische

Thomas Freitag, eines der Urgesteine des politischen Kabaretts in Deutschland, bot exzellente Satire mit hohem Unterhaltungswert. Politisch, ironisch und provokant zog er alle Register und holte aus zum Rundumschlag in der Welt der großen Politik. So bot zum Beispiel seine Ministerin Ulla Schmidt als rheinische Frohnatur  vielerlei Printenrezepte und sparte Gesundheitskosten, weil sie beim Tinnitusklingeln im Ohr einfach nicht dran geht. Vom Heiligenschein umkränzt grüßten von einer Wolke Brandt, Wehner, Strauß & Co und offenbarten überraschend aktuelle Einblicke. Der Kabarettist kannte allerdings auch keine Gnade mit seinen Gastgebern. In einem fiktiven Bericht über einen Renovierungsauftrag versammelte er sämtliche Klischees über die Handwerkszunft. Am Ende hatte der deutsche Handwerker in Freitags  Parodie zwar die Verstopfung im Syphon nicht beseitigt, aber schon einen neuen Termin parat: "Halten sie sich grundsätzlich schon mal bereit, ich komme zwischen März und Oktober." Na prima, dann kommt er auf alle Fälle noch rechtzeitig zum Schlachtfest 2010.

Impressionen vom Schlachtfest 2009
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