Die Landesinnungs- und Fachverbände des baden-württembergischen Handwerks haben sich mit Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid ausgetauscht. Beide Seiten betonten, das Treffen bilde den Auftakt zu einer dialogorientierten und vertrauensvollen Zusammenarbeit von Landespolitik und Handwerk.
Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmidt hatte Anfang Oktober ins Neue Schloss in Stuttgart geladen und knapp 50 Vertreter aus rund 30 Mitgliedsorganisationen des Unternehmerverbands Handwerk (UVH) sowie des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) waren dem Gesprächsangebot mit Interesse gefolgt. "Nachdem bereits erste Gespräche mit den Handwerkskammern stattgefunden haben, bildet das heutige Treffen den Auftakt für den Dialog mit den Landesinnungs- und Fachverbänden des Handwerks", eröffnete der Minister das Zusammentreffen. Er betonte, dass das Handwerk ein besonders geschätzter Partner des Landes sei und ihm bei der Umsetzung der Energiewende eine Schlüsselrolle zukäme: "Ohne qualifizierte Handwerker, die die Haus- und Wohnungseigentümer von der Notwendigkeit und den Vorteilen von verstärkten Anstrengungen bei der energetischen Gebäudesanierung überzeugen, können wir dieses Thema nicht entscheidend voranbringen." Ein Thema, in dem der Minister aber auch enorme Wachstums- und Entwicklungspotenziale für die betroffenen Handwerke sieht.
Weiter stellte Schmid einen bunten Strauß an Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel vor. Er wolle eine Allianz aller baden-württembergischen Akteure ins Leben rufen, innerhalb der die Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung ein besonderer Stellenwert zukäme: "Das flächendeckende Netz an leistungsstarken überbetrieblichen Berufsbildungsstätten, von denen mehr als die Hälfte zum Handwerksbereich zählen, trägt entscheidend zu einem qualitativ hochwertigen Ausbildungs- und Weiterbildungsangebot im Land und somit zur Sicherung des Fachkräftebedarfs bei. Dieses Netz gilt es auf seinem hohen Leistungsstand zu halten – eine wichtige Zukunftsaufgabe, der wir uns gemeinsam mit dem Handwerk und den anderen Trägern stellen müssen."
Der UVH-Vorsitzende Manfred Stather stellte in seiner Replik klar, dass auch die Landesinnungs- und Fachverbände des Handwerks die Begegnung als "Einstieg zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit" betrachteten und zu ihren im Rahmen des Ausbildungsbündnisses gemachten Aussagen stünden, eine Ausbildungsplatzgarantie jedoch nicht geben könnten. Die Ablehnung der steuerlichen Abschreibemöglichkeit bei Gebäudesanierungsmaßnahmen auf Bundesebene kritisierte er mit der Bitte, Baden-Württemberg solle sich nochmals einsetzen, als kurzsichtig. Ferner wies er auf die wichtige Rolle hin, die das Land im Dialog mit den Energieversorgungsunternehmen spiele und verdeutlichte die Ansprüche des Handwerks an das für 2012 geplante Tariftreuegesetz.
Nach einer kurzen Stellungnahme zu Stathers Ausführungen, aus der hervorging, dass sich das Land in punkto Ausbildung primär selbst in der Pflicht sieht und eine "Abnahmeverpflichtung" keinesfalls zur Debatte steht, machten der Finanz- und Wirtschaftsminister sowie der Mittelstandsbeauftragte Peter Hofelich die Runde und sprachen in Kleingruppen mit den Handwerksvertretern über deren Anliegen und Fragen. Vertreter beider Seiten bewerteten den Austausch als einen gelungenen Auftakt für eine weitere enge Zusammenarbeit.



















