
Handwerksunternehmen haben bei der Vergabe von Großprojekten meist geringe Chancen, da ihnen die personellen Ressourcen für solche Aufträge fehlen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Ausschreibung von Großprojekten zunehmend auf elektronischem Wege erfolgt. Ziel des Projektes "MAREMBA – Mobile Assistenz für das Ressourcenmanagement in der Bau-Auftragsabwicklung" ist es, kleine und mittlere Handwerksbetriebe fit für große Bauaufträge und die elektronisch unterstützte Zusammenarbeit zu machen.
In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Zeitraum von 2008 bis 2010 wurde unter Leitung des Elektro Technologie Zentrums Stuttgart gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft ein elektronisches Verfahren für die vernetzte Zusammenarbeit im Handwerk entwickelt. Speziell auf die Nutzungsanforderungen im Handwerk abgestimmt entstand die Software rePLANT. Als so genannte Kollaborationssoftware zielt sie darauf ab, Verbünden von Handwerksbetrieben die Teilnahme an großen Ausschreibungen zu ermöglichen – sozusagen als virtuelle Generalunternehmer.
Auf einer internetbasierten Plattform können mit rePLANT Großaufträge in Unteraufträge zerlegt, innerhalb eines Baukonsortiums verteilt, und anschließend wieder zu einem Angebot gebündelt werden. Im Falle einer Zuschlagserteilung kann dann die Auftragsabwicklung bis hin zu After Sales Services wie Wartung und Instandhaltung auf der Plattform abgebildet und verwaltet werden. Auch von unterwegs und von der Baustelle kann per Handheld oder Mobiltelefon auf die Daten zugegriffen werden. Das bringt Übersicht und Effizienz in die Abläufe. Die Software bietet so eine Chance für Handwerksbetriebe, sich in Kooperation im Bieterprozess für Großprojekte zu behaupten. Sie ist aber auch für jedes einzelne Unternehmen ein gutes Werkzeug, die Auftrags- und Projektabläufe besser in den Griff zu bekommen.
Der BWHT begleitete das Projekt durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Bei zahlreichen Veranstaltungen über die gesamte Projektlaufzeit bot der Handwerkstag den Entwicklern eine Plattform, das Projekt und dessen Fortschritte vorzustellen, um so frühzeitig in Kontakt und Austausch mit den späteren potenziellen Nutzern zu treten. Die Resonanz der Veranstaltungsteilnehmer belegte eindrucksvoll, dass es bei zahlreichen Handwerksunternehmen das Interesse und die Bereitschaft vorhanden ist, sich auf solche neuen Wege zu begeben.



