Fachkongress Ausbildungsqualität  18.09.2017

Die Ärmel sind hochgekrempelt

Eine Netzwerk-Veranstaltung zum Thema Qualität der Ausbildung hat einen bunten Strauß an Instrumenten vorgestellt. Denn: „Eine hohe Ausbildungsqualität ist von zentraler Bedeutung für die Fachkräftesicherung in Baden-Württemberg“, so Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.


Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist die Ausbildungsqualität ist ein brennendes Thema – entsprechend gut gefüllt präsentierte sich die König-Karl-Halle im Stuttgarter Haus der Wirtschaft beim Fachkongress „Gemeinsam zum Ziel: Ausbildungsqualität entwickeln – Ausbildungserfolg sichern“, zu dem das Landeswirtschaftsministerium und das Projekt „Erfolgreich Ausgebildet“ Mitte September eingeladen hatten.

„Viele Unternehmen können ihren Fachkräftebedarf nur decken, wenn sie selbst ausbilden“, betonte Hoffmeister-Kraut in ihrer Begrüßung. Ebenso wichtig sei jedoch auch die Aufgabe, jungen Menschen eine Perspektive zu bieten. Wobei eine hohe Ausbildungsqualität beiden Anliegen begegnet: Unternehmen beschert sie hochwertiges Personal und Jugendliche kann sie dazu motivieren, einer beruflichen Ausbildung den Vorzug zu geben. Was laut Hoffmeister-Kraut wieder zunehmend der Fall ist: Sie sprach davon, dass die Balance zwischen akademischer und beruflicher Bildung eingestellt sei.
Dass sich das Ausbildungsbündnis Baden-Württemberg die Verbesserung der Qualität der betrieblichen Ausbildung auf die Fahne geschrieben hat, habe dafür gesorgt, dass das Land mit zu den besten Ausbildern bundesweit zähle. Die Quote an bestanden Prüfungen ist hierzulande mit 94 Prozent sehr hoch, während die abgebrochener Ausbildungen mit 22 Prozent zwei Prozentpunkte unter dem Bundesdurschnitt liegt. Dennoch sei noch Luft nach oben: „Wir stehen mitten im Prozess und haben sprichwörtlich alle unsere Ärmel hochgekrempelt“, so Hoffmeister-Kraut über die Arbeit der Partner des Ausbildungsbündnisses.

Diese kamen anschließend in mehreren Interviewrunden zu Wort: Auszubildende, Unternehmer, Lehrer, Wissenschaftler, Kammern, Verbände, Organisationen und Projektträger beleuchteten die Thematik aus unterschiedlichen Blickrichtungen. Einig waren sich alle, dass es unabdingbar sei, dass alle Beteiligten an einem Strang zögen, dass die Digitalisierung eine entscheidende Rolle für die Verbesserung der Ausbildungsqualität spiele, dass noch zu wenig über die Gründe von Ausbildungsabbrüchen bekannt sei und dass in Problemfällen besser früher wie zu spät Hilfe eingeschaltet werden sollte.

Was unter Ausbildungsqualität denn genau zu verstehen sei wurde akribisch erarbeitet und zum Teil in hochtrabenden Begriffen wie „Erwartungsmanagement“ beschrieben. Die einfachsten und klarsten Worte jedoch fand der SHK-Auszubildende Leon Bürklin: „Eine gute Ausbildung ist, wenn ich bis zur Prüfung alle Inhalte einmal gesehen oder gemacht habe“, sagte der junge Abiturient, der seine Motivation ins Handwerk zu gehen mit „Lust an der Praxis“ beschrieb. Arbeitet man zudem mit Zielvorgaben, nimmt die Auszubildenden Ernst und integriert sie von Beginn an ins Team, steht das Rezept für eine gelingende Ausbildung im Großen und Ganzen.

Deutlich wurde auch, dass es auf den verschiedensten Ebenen im Land bereits einen bunten Strauß an Instrumenten gibt, die der Verbesserung von Ausbildungsqualität dienen: Ausbildungsbotschafter, Bildungspartnerschaften, Ausbildungsbegleiter, Senior Experten, Qualitätssiegel, assistierte Ausbildung und vieles mehr. Ein Ziel des Fachkongresses war es auch, all diese Ansätze und Konzepte innerhalb es Ausbildungs-Netzwerks besser bekannt zu machen.