Umsatz und Beschäftigung  17.03.2017

Handwerk weiter auf Wachstumskurs

Das baden-württembergische Handwerk hat zum dritten Mal hintereinander den Umsatz kräftig gesteigert. Im Jahr 2016 haben die 133.000 Betriebe im Land 93 Milliarden Euro erwirtschaftet. Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Wachstumskurs auch 2017 fortsetzt.


Die konjunkturellen Impulse kamen weiterhin vor allem aus der Binnenwirtschaft und dem Konsum, was dem Handwerk zugute kam. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Umsatz wie auch im Bundesdurchschnitt um drei Prozent höher. Dagegen konnte das baden-württembergische Handwerk mehr Beschäftigung aufbauen als bundesweit. Die Betriebe im Land haben ihren Personalbestand um gut 4.000 (+0,5 %) auf 788.000 Mitarbeiter aufgestockt, während bundesweit die Beschäftigung nahezu stagnierte.

Für eine positive Überraschung sorgte das Kraftfahrzeuggewerbe. Trotz der Diskussionen um Fahrverbote, Blaue Plakette und Abgasmanipulationen ist den Baden-Württembergern die Lust aufs Auto nicht vergangen: bis Oktober lagen die Neuzulassungen deutlich mit sechs Prozent im Plus in Vergleich zum Vorjahr. Auch der Gebrauchtwagenmarkt überflügelte das regional uneinheitliche Bundesergebnis. Die Umsätze stiegen um satte 5,1 Prozent auf 19 Milliarden Euro. Im Bauhauptgewerbe zog vor allem der private und öffentliche Hochbau nochmals an. Der Umsatz im zulassungspflichtigen Bauhauptgewerbe kletterte um 1,8 Prozent auf 14 Milliarden Euro. Im zulassungspflichtigen Ausbaugewerbe legte der Umsatz mit drei Prozent plus auf 21 Milliarden Euro noch stärker zu. Die zulassungspflichtigen Handwerke für den gewerblichen Bedarf, darunter viele Zulieferer, erreichten 2,6 Prozent Zuwachs. Die zulassungspflichtigen konsumabhängigen Handwerker (Nahrungsmittel, Gesundheit und Handwerke für den privaten Bedarf) konnten ihre Umsätze insgesamt um ein Prozent steigern.

Für das Jahr 2017 rechnet das Handwerk mit einem Umsatzplus von 2,5 Prozent. Die Beschäftigung wird allenfalls geringfügig steigen. "Drohende Fahrverbote in Städten oder der sich verschärfende Fachkräfteengpass könnten das Handwerk jedoch ausbremsen", gab Reichhold zu bedenken.