Neun-Punkte Programm des Technologiebeauftragten  08.08.2017

Zentrale Datenbank als Herzstück

Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) befürwortet im Grundsatz den heute vorgestellten Neun-Punkte-Plan des Technologiebeauftragten des Landes, Wilhelm Bauer. Dies gelte vor allem für die Technologietransfer-Landkarte und die einzelbetrieblichen Förderung, mit denen Vorschläge des Handwerks aufgegriffen wurden. Umso unverständlicher, monierte BWHT-Hauptgeschäftsführer Oskar Vogel, sei die Tatsache, dass im gesamten Papier nicht ein einziges Mal auf das Handwerk Bezug genommen werde: "Nicht einmal das Wort kommt vor."


Schon bei der Vorgängerregierung habe das Handwerk gemeinsam mit anderen Verbänden den Aufbau einer zentralen Datenbank als Herzstück der Innovationsstrategie eingefordert, betonte Vogel. Fehlendes Wissen über Forschungseinrichtungen einerseits und über regionale Ansprechpartner andererseits stelle ein großes Hemmnis für den Technologietransfer dar.

Die einzelbetriebliche Förderung sei ein weiterer wichtiger Baustein aus Sicht kleiner und mittlerer Betriebe, betonte Vogel. Dazu gehöre, Beratungsleistungen unter drei Stunden und auch die Teilnahme an Veranstaltungen zu fördern. Vom Technologiebeauftragten erwarte man sich jetzt vor allem eine mittelstandsorientierte Herangehensweise. Die Zielgruppe kleiner und mittlerer Betriebe müsse in Größenkategorien betrachtet werden: "Die Bedürfnisse und Problemlagen eines Handwerksbetriebs mit durchschnittlich sechs Mitarbeitern unterscheiden sich deutlich von den übrigen Unternehmen."

Bei der Weiterentwicklung der Innovationsstrategie aus dem Jahr 2013 werde sich das Handwerk aktiv einbringen, kündigte Vogel an. Viele Projekte des kleinteilig strukturierten Handwerks seien für Forschungseinrichtungen aufgrund der finanziellen Ausstattung oder der fehlenden Reputationssteigerung nicht interessant genug. Hier schlage der BWHT zum Beispiel vor, Anreize zu schaffen durch einen Bonus, der ab einer bestimmten Anzahl an Kleinprojekten im Jahr an die entsprechende Hochschule ausbezahlt wird.

Pressemitteilung "Technologiebeauftragter stellt Handlungsfelder zur Sicherung des Innovationsstandorts vor" der Landesregierung vom 8.8.2017