Berufsorientierung soll Attraktivität der dualen Ausbildung steigern
25.01.2012Mit vereinten Kräften wollen sich die Grünen im Landtag und der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) für die Weiterentwicklung der Gemeinschaftsschule und die Gleichwertigkeit akademischer und beruflicher Qualifikationen einsetzen. Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle und die Fraktionsvorsitzende Edith Sitzmann zeigten sich überzeugt davon, dass längeres gemeinsames Lernen in Verbindung mit einer vertieften Berufsorientierung auch dazu führt, dass wieder mehr qualifizierte junge Menschen den Weg in eine duale Ausbildung finden und diese auch erfolgreich abschließen können.
Der BWHT diskutierte mit den Grünen im Landtag (von links): Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle, BWHT-Vizepräsident Dr. Harry Brambach, Fraktionsvorsitzende Edith Sitzmann, Andrea Lindlohr MdL, BWHT-Hauptgeschäftsführer Oskar Vogel, und die Abgeordneten Sandra Boser und Muhterem Aras.

Der BWHT diskutierte mit den Grünen im Landtag (von links): Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle, BWHT-Vizepräsident Dr. Harry Brambach, Fraktionsvorsitzende Edith Sitzmann, Andrea Lindlohr MdL, BWHT-Hauptgeschäftsführer Oskar Vogel, und die Abgeordneten Sandra Boser und Muhterem Aras.

Der Handwerkstag habe die Idee der Gemeinschaftsschule von Anfang an mitgetragen. Er erhoffe sich eine leistungsstarke Schule, die individuelle Begabungen erkennt und fördert, die Kinder zum Lernen motiviert und die Persönlichkeit bildet. Ein Fragezeichen setzte er allerdings hinter die Frage, woran ein Handwerksbetrieb erkennen könne, welchen Wissenstand ein Bewerber oder Praktikant aus der Gemeinschaftsschule mit sich bringt. Die Betriebe bräuchten ein transparentes Bewertungssystem, das für jeden nachvollziehbar und verständlich sein müsse. Das Notensystem, erklärte Sitzmann, bleibe vorerst erhalten und werde durch zusätzliche Rückmeldungen zum Wissenstand ergänzt. Im Zuge der anstehenden Bildungsplanreform wollen sich die Grünen für eine Stärkung der technischen und naturwissenschaftlichen Bildung einsetzen, kündigte die Fraktionsvorsitzende an. Einig waren sich Sitzmann und Möhrle, dass der Weiterbildung der Lehrer große Bedeutung zukomme: "Denn sie stehen vor ganz neuen Herausforderungen." Um die Arbeit der überbetrieblichen Berufsausbildung zu stärken, wurden die Zuschüsse im Haushaltsentwurf 2012 um knapp 3 Millionen Euro deutlich aufgestockt.

Auf der Agenda des Treffens stand auch das Thema Energiepolitik. Bei Energieeffizienz und Klimaschutz sehen sich Handwerkstag und Grüne als natürliche Verbündete. Dem Handwerk brennen aktuell vor allem die Versorgungssicherheit, die Kostenentwicklung und die steuerliche Förderung der Gebäudesanierung unter den Nägeln. Das Handwerk profitiere zwar von der Energiewende, steigende Energiekosten stellten aber eine erhebliche Belastung für kleine und mittlere Betriebe dar, sagte Möhrle. Dass nur große Energieverbraucher vom Netzentgelt befreit sind, beurteilen auch die Grünen kritisch: "Die Ausnahmebefreiung ist deutlich zu groß dimensioniert." Für ein richtiges Signal halten Sitzmann und Möhrle, dass die Solarförderung regelmäßig, aber planbar angepasst wird. Die bisher fehlende Planungssicherheit habe im Handwerk unkalkulierbare Auftragsschübe oder Flauten verursacht. Damit die Energiewende gelingt, seien insgesamt mehr Energieeffizienz und ein intelligentes Stromnetz notwendig, sagte Sitzmann: "Unser Ziel ist eine sichere, dezentrale Energieerzeugung und -versorgung. Dieser Umbau birgt enorme Chancen für den Standort Baden Württemberg und besonders für das Handwerk."

Darüber hinaus diskutierten der Handwerkstag und die Grünen verkehrspolitische Themen. Sitzmann bekräftigte die Ankündigung des Verkehrsministers, künftig Erhalt und Sanierung Vorrang vor Neubau zu geben: "Wir stellen fertig, bevor wir Neues ohne seriöse Gegenfinanzierung anfangen. Wir wollen ein leistungsfähiges, intelligentes Straßennetz für Baden-Württemberg". Im Haushaltsentwurf der grün-roten Landesregierung seien darum zusätzlich 50 Millionen Euro für die Sanierung eingestellt, wodurch die durchschnittlichen Ansätze der alten Regierung nahezu verdoppelt wurden. Möhrle mahnte an, den Ausbau der Infrastruktur nicht zu vernachlässigen.

Ansprechpartnerin für den BWHT:
Eva Hauser
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(0711) 26 37 09-105
ehauser@handwerk-bw.de

Ansprechpartner für die Grünen-Fraktion:
Dr. Sandra Detzer
Parlamentarische Beraterin für Finanzen und Wirtschaft
(0711) 20 63-682
sandra.detzer@gruene.landtag-bw.de

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