Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fehlt deutschen Hausbesitzern und Bauherren das Vertrauen in die Fachakteure für Energieeffizienz. Um den dadurch mitbegründeten Sanierungsstau aufzulösen, arbeitet die Deutsche Energie-Agentur (dena) derzeit an einer Liste beziehungsweise Datenbank für Energieberater, die einer dauerhaften Qualitätskontrolle unterliegen soll. Die dena dazu: "Um die Qualität zu erhöhen, haben das BMWi, das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) sowie das BAFA und die KfW vor einiger Zeit vereinbart, eine bundesweit gültige Liste nach transparenten, qualitativen Vorgaben zu veranlassen. Registrierte Experten müssen ihre Qualifikation und Praxiserfahrung nachweisen. Dadurch wird eine verlässliche Struktur von geprüften und qualifizierten Experten aufgebaut". Interessierte Energieberater können sich bereits seit Oktober für diese Liste registrieren.
Der Knackpunkt: Die neue Liste soll maßgeblich für die Beantragung bestimmter KfW-Förderprogramme werden. Für das Programm KfW-Effizienzhaus Denkmal gilt dies bereits seit Jahresbeginn, für die Planung und Baubegleitung der KfW-Effizienzhäuser 40 und 55 ist derzeit der Juni 2012 im Gespräch. Wer als Energieberater seinen Kunden den Weg zu Fördermitteln nicht verbauen möchte, muss also nicht nur reglmäßig seine Qualifikation nachweisen, sondern wird zudem zur Kasse gebeten: die dena lässt sich Organisation, Betrieb, Prüfung und Weiterentwicklung ihrer Lösung mit einer einmaligen Eintragungsgebühr von 150 sowie einer Jahrespauschale von 100 Euro bezahlen.
Da die BAFA-Liste, die berechtigte Experten zur Durchführung geförderter Vor-Ort-Beratungen ausweist und auf der in Handwerksbetrieben tätige Energieberater derzeit außen vor sind, ebenfalls in der dena-Liste aufgehen soll (anvisierter Termin ist April 2012), haben die Handwerksorganisationen vorgeschlagen, alle auf der dena-Liste geführten Energieberater zur Vor-Ort-Beratung zuzulassen. Wodurch für die Energieberater aus dem Handwerk die anfallenden Zusatzkosten wenigstens mit einer inhaltlichen Erweiterung ihres Profils einherginge. Dieser Vorschlag wurde vom BMWi abgelehnt - mit der Begründung, Energieberater mit Handwerksleistungen im Repertoire würden nicht neutral, sondern im Hinblick auf selbst erbringbare Umsetzungen beraten.
Als Projektträger des EnergieSparChecks (ESC) liegt dem Handwerkstag ein Angebot zu einer Netzwerk-Partnerschaft vor: geht der BWHT darauf ein, könnten alle beim ESC gelisteten Energieberater zu günstigeren Konditionen (einmalig 100 plus jährlich 50 Euro) in die dena-Liste aufgenommen werden. Das Angebot wird derzeit kritisch geprüft, da man im Handwerk einerseits mit der Argumentation und Vorgehensweise nicht einverstanden ist, andererseits aber immerhin eine Vergünstigung für womöglich Unausweichliches erreichen könnte.






