Gemeinschaftsschule braucht Qualität und Attraktivität
13.12.2011Dem Trend zu einer höheren Allgemeinbildung muss mit einer Schulart Rechnung getragen werden, die verschiedene Schulkarrieren zulässt, neben dem Weg zum Abitur auch die Entscheidung für eine Ausbildung im Handwerk: "Wir bauen auf die Gemeinschaftsschule, denn gerade im Handwerk steigen die Qualifikationsanforderungen kontinuierlich und die Betriebe sind auf leistungsstärkere Auszubildende angewiesen", kommentierte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle die Eckpunkte zur Einführung der neuen Schulart, die heute von Kultusministerin Warminski-Leitheußer vorgestellt wurden.
© Dieter Schütze / <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">PIXELIO</a>

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Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) hatte sich schon im Jahr 2002 als erste Wirtschaftsorganisation für die Gemeinschaftsschule ausgesprochen. Wenn Schulen es schafften mehr als eine Lernfabrik zu sein, wenn sie sich von starren Systemen lösten und selbstständiges Lernen förderten, um auf ein lebenslanges Lernen vorzubereiten, dann finde eine solche Schule bei den Eltern und der Wirtschaft Akzeptanz, zeigte sich Möhrle überzeugt. Aufgabe der Handwerksorganisationen und Betriebe sei es dann, in Klasse 9 für eine duale Ausbildung zu werben und die Vielfalt der mehr als 130 Handwerksberufe und ihre Karrieremöglichkeiten darzustellen. Vielen Eltern sei beispielsweise nicht bewusst, dass auch über eine Berufsbildung der Weg zur mittleren Reife oder zur Fachhochschulreife führen kann.

"Wir brauchen ein Bildungswesen, das keinen ausschließt, Freude am Lernen vermittelt und selbst als lernendes System kreativ und entwicklungsfähig ist", unterstrich Möhrle. Er verwies auf zahlreiche Studien und Beispiele, die belegten, welche hohe Lernmotivation Kinder entwickeln können, wenn sie länger gemeinsam und in Gruppen lernen, in denen es verschiedene Talente und Begabungen gibt. In der Konsequenz erwartet das Handwerk ausbildungsreifere Jugendliche, die erfolgreich eine Lehre bestehen können. Die Landesregierung müsse jetzt aber dafür sorgen, dass die neue Gemeinschaftsschule nicht von vornherein zur neuen Restschule werde: "Denn für gelungenes gemeinsames Lernen braucht es auch die Leistungsträger und positiven Vorbilder, sie dürfen nicht auf andere Schularten und in Privatschulen ausweichen". Der BWHT bekräftigt daher die zwölf Positionen zur Gemeinschaftsschule der Arbeitgeber Baden-Württemberg und drängt auf eine rasche Umsetzung der gemeinsamen Forderungen. Die Landesregierung müsse sich konsequent um Qualität und Attraktivität der Gemeinschaftsschule bemühen. Dabei kämen der Aus- und Weiterbildung der Lehrer, vor allem aber auch klaren Konzepten der Berufsorientierung besondere Bedeutung zu: "Das ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Bildungsreform."

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