Die nordische Bauindustrie zeichnet sich durch ein großes Auftragsvolumen, ausgelastete lokale Kapazitäten sowie hohe Baustoffpreise aus. Trotz Finanzkrise haben dort Großprojekte in den Bereichen Infrastruktur und Wohnungsbau weiter Priorität. In Schweden und Dänemark bieten sich daher auch für deutsche Bauunternehmen gute Absatzchancen.
In Schweden verzeichnen Baufirmen, Architekten und Bauzulieferer nach wie vor hohe Auftragseingänge und blicken zuversichtlich auf die künftige Geschäftsentwicklung. Expertenprognosen zufolge bleibt das Bauvolumen hoch, allerdings sorgen steigende Zinsen und Produktionsengpässe innerhalb der Branche ab 2009 für eine leichte Drosselung des Wachstumstempos. Während für 2008 mit einer Steigerung der Bauinvestitionen um 4 Prozent auf rund 28 Milliarden Euro gerechnet wird, soll sich der Zuwachs 2009 auf etwa 2 Prozent belaufen.
Ausgelastete Kapazitäten, Fachkräftemangel und die geografische Nähe zu Deutschland bieten Bauhandwerksbetrieben, beratenden Ingenieuren und Architekten sowie Bauzulieferern interessante Geschäftsmöglichkeiten. Zudem sind in Schweden die Preise für Bauleistungen und -material äußerst hoch - was den dortigen Markt für ausländische Akteure zunehmend lukrativ macht.
Dänemarks Bauwirtschaft befindet sich in einer ähnlichen Lage. Im Zeitraum von 2003 bis 2007 verbuchte man ein Wachstum von rund 22 Prozent. Für 2008 wird wegen geringeren Aktivitäten im Wohnungsbau zwar mit einem leichten Rückgang gerechnet. Der öffentlich-gewerbliche Bausektor (Bahn/Metro, Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung,) dürfte aber weiter zulegen. Chancen ergeben sich sowohl aus den Projekten für den öffentlichen Nahverkehr (Nahverkehrsbahn in Aalborg, City-Metroring in Kopenhagen) als auch aus den Modernisierungs- und Ausbauvorhaben der Bahn und einiger Seehäfen.
Handwerk International Baden-Württemberg organisiert im Mai 2009 gemeinsam mit den baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern, Baden-Württemberg International und der Architektenkammer eine Fachinformationsreise "Rund um den Bau" nach Dänemark und Schweden. Ihr geht am 3. März ein Wirtschaftstag zum selben Thema voran.







