Breitbandwettbewerb für ländliche Kommunen
10.09.2010Der Bund stellt umfangreiche Fördermittel für den synergetischen Breitbandausbau in ländlichen Regionen bereit. Handwerksorganisationen aus unterversorgten Gebieten sollten ihre Gemeinden zur Teilnahme an einem vorgeschalteten Wettbewerb motivieren.
© Angela Parszyk / <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">PIXELIO</a>

© Angela Parszyk / PIXELIO

Bis zum Jahr 2014 sollen 75 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Internetverbindung von mindestens 50 MBit/s (Downstream) versorgt werden - so das Ziel der Breitbandstrategie des Bundes. Viele Handwerksbetriebe können derzeit allerdings noch ein anderes Lied singen: aktuell sind rund 5 Prozent noch nicht einmal mit einem MBit/s versorgt. Problemregion ist der ländliche Raum, vor allem auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald, wo für kommerzielle Anbieter kaum Gewinnaussichten herrschen und kleineren Kommunen und Gemeinden oft die nötigen Mittel für einen Ausbau fehlen.

Abhilfe schaffen könnte jetzt ein Breitbandwettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), der sich dezidiert an Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern richtet, deren Gewerbebetriebe in den nächsten drei Jahren nicht oder nur von einem Anbieter mit einer Breitbandverbindung von höchstens 25 MBit/s symmetrisch versorgt werden. Der Bedarf für schnellere Verbindungen muss nachgewiesen werden, beispielsweise durch Nennung mehrerer lokaler Handwerksbetriebe, die an elektronischen Vergaben teilnehmen wollen und häufig Pläne herunterladen und verschicken müssen.

Allerdings sind Synergieeffekte gefragt: Die Jury favorisiert Projekte, bei denen bereits vorhandene Infrastrukturen wie Abwasserrohre und Leerrohre genutzt werden. Oder bei denen der Breitbandausbau in Rahmen anderer Bauvorhaben, zum Beispiel Kanalarbeiten oder Straßensanierungen erledigt wird. Der Lohn dafür ist hoch: Prämierte Projekte können einen Förderantrag stellen, bei dem eine Übernahme von 90 Prozent der zuwendungsfähigen Projektausgaben bis maximal 500.000 Euro winkt.

Handwerksorganisationen, die in unterversorgten Regionen beheimatet sind, sollten bei ihrer Kommune vorstellig werden und auf Einreichung einer Projektskizze beim Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) bis 15. November drängen. Die Breitbandversorgung vor Ort kann im Breitbandatlas der Bundesregierung recherchiert werden, weitere Auskunft zum Wettbewerb gibt es auf einer Internetseite des BMWi:

Förderwettbewerb: Modellprojekte für den Breitbandausbau

Breitbandatlas Deutschland

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