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In Baden-Württemberg gibt es zu wenig Wohnungen – vor allem in den Ballungsräumen: in Stuttgart, Karlsruhe oder im Raum Rhein-Neckar liegt der Bedarf über dem Angebot. "Vor diesem Hintergrund geht es nicht an", so Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle, "dass das Land seine Wohnraumförderung zurückfährt. Die im Haushaltsentwurf vorgesehene Reduzierung des Fördermittelvolumens von 29 auf 2,3 Millionen jährlich kommt einer Streichung dieses erfolgreichen Programmes gleich. Damit gerade in den Kernregionen die Wirtschaftskraft nicht durch Wohnungsmangel beeinträchtigt wird, brauchen wir eine Neuausrichtung der Wohnungsbauförderung." Diese könnte nach Auffassung des Handwerkstags weitestgehend aufkommensneutral gestalten werden.
Zudem sind 78 Prozent der Wohnungen in Baden-Württemberg vor 1978 gebaut worden. Die Ansprüche der Bewohner haben sich jedoch mittlerweile geändert. Neben der Energieeffizienz wird die Barrierearmut zu einem immer wichtigeren Miet- oder Kaufargument. Heute ist aber nur ein ganz geringer Prozentsatz an Wohnungen seniorenfreundlich. Wobei die Nachfrage nach solchen Wohnungen in den nächsten Jahren demografisch bedingt stark zunehmen wird. "In diesem Bereich sollte das Land seine Förderung sogar noch ausbauen. Damit Bewohner möglichst lange in ihren vier Wänden bleiben können, muss dafür gesorgt werden, dass jeder Neubau entsprechende Standards erfüllt", so Möhrle weiter.
Neueren Erhebungen zufolge müssten pro Jahr nicht nur etwa 27.000, sondern rund 37.000 Wohnungen neu gebaut werden. Gelingt dies, könnten im Bausektor zirka 33.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden – die meisten davon im Bauhandwerk.
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