Im Projekt "ProBeruf – Berufserprobung in überbetrieblichen Bildungsstätten" fördern Bund und Land im laufenden Jahr 18 Projekte zur vertieften Berufsorientierung mit etwas über einer Million Euro. 400.000 Euro der Gesamtsumme stammen aus einer vom Finanz- und Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg jüngst vorgenommenen Aufstockung. Mehr als die Hälfte der rund 2000 teilnehmenden Jugendlichen werden ihre Erfahrungen bei Trägern aus dem Handwerk sammeln, die ebenso etwas mehr als 50 Prozent der Fördermittel erhalten. Mit von der Partie sind die Kammern Karlsruhe, Stuttgart und Mannheim sowie die Kreishandwerkerschaft Heidenheim, die Bildungsakademie Rottweil und die Berufliche Bildungsstätte Tuttlingen GmbH.
Für die Zielgruppe – Jugendliche der achten und neunten Klassen von Haupt-, Werkreal- und Realschulen – ist das Angebot freiwillig und kostenlos. Sie erproben über einen Zeitraum von zwei Wochen hinweg mindestens drei duale Ausbildungsberufe und erhalten zum Ende der Maßnahme von den Ausbildern eine Empfehlung für geeignete Berufsfelder. "Durch eine frühzeitige und praxisnahe Berufsorientierung unterstützen wir die Jugendlichen in ihrer Berufswahlentscheidung und erleichtern so den Einstieg in eine betriebliche Ausbildung," begründet Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid die Umsetzung von Empfehlungen der Enquete-Kommission "Fit für das Leben in der Wissensgesellschaft" sowie des "Bündnisses zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenachwuchses in Baden-Württemberg 2010-2014."
Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) begrüßt das Projekt, weist jedoch darauf hin, dass diese Maßnahme zur vertieften Berufsorientierung keine Eintagsfliege bleiben darf. Weshalb Dr. Stefan Baron, Abteilungsleiter Bildungspolitik, der Landesregierung die Mitarbeit des Handwerks an längerfristigen Konzepten anbietet: "Vor dem Hintergrund des im Koalitionsvertrag angekündigten Wegfalls der Kooperation zwischen Werkrealschule und zweijähriger Berufsfachschule benötigen wir flächendeckende und verlässliche Praxisangebote. Gerne sind wir bereit, unser Wissen in die Weiterentwicklung der Berufsorientierung einzubringen – auch über das Jahr 2011 hinaus."









