21/2010 Elektromobilität: Handwerk wirft Motor an
11.05.2010Dem Handwerk, darauf wies Hauptgeschäftsführer Hartmut Richter in der heutigen öffentlichen Anhörung im Landtag hin, komme bei der weiteren Entwicklung der Elektromobilität eine zentrale Bedeutung zu. Dies gelte für die Fahrzeugtechnik ebenso wie für die gesamte Infrastruktur.

Für die Einführung des Elektroantriebs neben dem Verbrennungsmotor, betonte Richter, bedürfe es einer parallelen Ausrichtung von industriellen Herstellern und dem Kraftfahrzeughandwerk. Fahrzeuge mit unterschiedlicher Antriebstechnik müssen auch in Zukunft verbraucherorientiert aus einer Hand angeboten werden. Richter: "Alles andere würde die Marktdurchdringung behindern." Natürlich stelle sich neben der Vertriebsfrage auch die Qualifikationsfrage. Wasserstoff- und Elektroantriebe stellten neue technologische Herausforderungen an die Mitarbeiter in den Betrieben. Hierauf werde das Handwerk mit seinen Ausbildungsordnungen frühzeitig reagieren und die Herausforderung auch über seine Bildungszentren aufnehmen.

Im Bereich der Infrastruktur sei vor allen Dingen das Elektro- und Informationstechnische Handwerk betroffen, erklärte Richter. Bei aktuellen Modellprojekten stehe bisher die Versorgung der Elektromobile über stationäre Stromtankstellen im öffentlichen Raum im Vordergrund. Um die Akzeptanz von Elektromobilität voranzubringen, brauche es aber eine umfassendere Infrastruktur für Batterieaufladungen. Im privaten wie auch im halböffentlichen Bereich wie zum Beispiel Industriegelände oder Parkhäusern sind Stromtankstellen unumgänglich. Der Aufbau von Ladestationen für hohe Ladeleistungen bei der Gebäudeinstallation erfordere eine enge Zusammenarbeit eines Elektrofachbetriebs mit dem Energieversorger. Auch die Kundenbetreuung bei Wartungen und Überprüfungen der Anlagen sei traditionelles Betätigungsfeld des E-Handwerks. Langfristig weite sich bei der massenmäßigen Umsetzung der Elektromobilität der Kreis der betroffenen Handwerke deutlich über die bereits genannten auf alle Handwerke rund ums Bauen aus, betonte Richter weiter.

Schon jetzt besetze das Handwerk mit hoher Kompetenz die Themenbereiche erneuerbare Energien und Energieeffizienz von Gebäuden. Richter: "Dabei stehen wir vor dem Problem, dass erneuerbare Energien oft zu einem anderen Zeitpunkt bereit stehen als sie am Einsatzpunkt benötigt werden." Diese Lücke kann unter anderem durch Batteriespeicher als Teil der Infrastruktur der Elektromobilität zumindest zu großen Teilen geschlossen werden. Wichtig sei dabei allerdings, dass sowohl bei Kommunikationsnormen als auch bei der Anlagentechnik keine Monopolisierung oder Bindung an bestimmte Anwender eintrete. Zentrale und dezentrale Energiemanagementsysteme müssten gleichermaßen möglich sein. Das Handwerk sehe in dezentralen Modellen die Forderungen an Nachhaltigkeit und Effizienz in besonders hohem Maße erfüllbar.

Statement von Hauptgeschäftsführer Richter bei der Landtagsanhörung

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