18/2010 Handwerk zu IHK-Forderung nach Stopp der Solarförderung: Kurzsichtig und unausgegoren
21.04.2010Scharf kritisierte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle die Forderung des Industrie- und Handelskammertages nach einem Stopp der Solarförderung. Dies sei kurzsichtig und unausgegoren. "Dieser Vorschlag wäre allenfalls in Verbindung mit der Forderung nach einem rascheren Aufbau regenerativer Energieerzeugung diskussionsfähig", sagte Möhrle.
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Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) sieht sich mit seiner Position auf einer Linie mit Umweltministerin Tanja Gönner, die den Vorschlag des BWIHK-Präsidenten Bechtold als "rückwärts gewandt" bezeichnet hatte. Möhrle betonte, er vermisse eine deutliche  Aussage zu einem befristeten Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und einer konsequenten Umschichtung der dabei entstehenden zusätzlichen Profite  in die Erforschung und Förderung erneuerbarer Energien sowie energieeffizienter Anwendungsmethoden.

Wer nur fordere, die Implementationsförderung zu streichen und diese Finanzierungsmittel stattdessen in die Energieforschung zu investieren, müsse außerdem ein klares Konzept auf den Tisch legen, wie und wo dies passieren solle. Möhrle: "Wir laufen sonst Gefahr, dass einerseits Fördermittel für die Markterschließung ersatzlos gestrichen werden, ohne das sichergestellt ist, dass diese Mittel an anderer Stelle effizienter für eine zukunftsorientierte Energiepolitik eingesetzt werden."

Zudem zeige die  Erfahrung, dass bei abrupten Ausstiegen aus Förderszenarien meist das Kind mit dem Bade ausgeschüttet werde, erklärte Möhrle. Hier werde Vertrauen zerstört, das sich deutlich über das betroffene Subventionsgebiet hinaus auswirke. Der Handwerkstag halte deshalb den Ansatz der Bundesregierung für richtig, einen solchen Ausstieg in Form einer schrittweisen Reduzierung bei gleichzeitigem Aufbau neuer Förderungsfelder zu vollziehen. Möhrle äußerte zudem sein Erstaunen über die Stellungnahme des IHK-Präsidenten zu einem Thema, das vor allen Dingen die im Bereich Fotovoltaik tätigen Handwerksbetriebe angehe.

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