"Ein Handwerk, das keinen Blick für Neues hat, tritt auf der Stelle," ließ Anton Gindele die zahlreichen Gäste in seinem Grußwort anläßlich der Verleihung des 23. Professor-Adalbert-Seifriz-Preises wissen. Gut, dass das moderne Handwerk voll von Innovation und Fortschritt sei, so der Präsident der Handwerkskammer Ulm weiter: "Handwerker beobachten Märkte und nehmen Kundenwünsche und Anregungen auf. Denn dem Handwerk liegt die Qualität seiner Produkte und Leistungen am Herzen."
Drei vorbildliche Entwicklungen, die aus Kooperationen von Handwerk und Wissenschaft heraus zur Marktreife gelangten, wurden Ende September im Rahmen des Steinbeis-Tags im Stuttgarter Haus der Wirtschaft auusgezeichnet umd mit insgesamt 15.000 Euro Preisgeld belohnt:
Für die Lebensdauer von Fernwärmeleitungen ist die Bettung entscheidend. Um Zeit und Personal einzusparen, hatte Konrad Metzger von der Geiger + Schüle Bau Ulm die Idee, die Gräben für die Leitungen mit Flüssigboden zu verfüllen. Für die erfolgreiche Platzierung seiner Entwicklung am Markt fehlten ihm jedoch Mess- und Erfahrungswerte. Hier kam Prof. Dr.-Ing. Thomas Neidhart von Fakultät für Bauingenieurwesen an der Hochschule Regensburg ins Spiel: Er entwarf eine Versuchsanordnung, mit der nachgewiesen werden konnte, dass das neue Verfahren erforderliche Grenzwerte bei Reibekräften einhält. Geiger + Schüle stellt den Flüssigboden mittlerweile über ein Tochterunternehmen selbst her, weitere Aktivitäten im Süddeutschen Raum sind bereits angedacht.
Um gut zu klingen, benötigen Orgeln Druckluft, die nicht völlig konstant sein aber auch nicht zu hohen Schwankungen unterliegen darf – ansonsten klingen sie entweder ausdruckslos oder unruhig. In Ihrem gemeinsamen Projekt haben Matthias Schuke von der Alexander Schuke Potsdam Orgelbau GmbH (Werder/Havel) und Prof. Dr. Markus Abel vom Institut für Physik und Astronomie an der Universität Potsdam daher eine Testwindlade entwickelt, die es erlaubt, bereits beim Bau einer Orgel auf passende dynamische Windverhältnisse zu achten. Das Verfahren verschafft der Alexander Schuke Potsdam Orgelbau GmbH einen Wettbewerbsvorteil: Dank ihr kann das Unternehmen effizienter besser klingende Instrumente bauen.
Alexander Schuke Potsdam Orgelbau GmbH
Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam
Die Wallosek Dentaltechnik GmbH aus Köln hat die Ultra-Sonic-Frästechnologie aus der industriellen Fertigung in die handwerkliche Dentaltechnik eingeführt. Dies ermöglicht den Einsatz vielfältiger (allergiefreundlicher) Materialien sowie die schnelle und qualitativ hochwertige Produktion von kostengünstigem Zahnersatz. Um individuellen Anpassungen gerecht zu werden, stellt das Ehepaar Frank und Martina Wallosek zunächst "Halbfertigprodukte" in Serie her, die anschließend zu Prothesen oder Brücken zusammengebaut werden. Untersuchungen von Prof. Dr. Dr. Joachim E. Zöller von der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universität Köln bestätigen die Biokompatibilität der Produkte, also für deren Verträglichkeit in Mund und Körper.
Wallosek Dentaltechnik GmbH
Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universität Köln








