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Auszubildende im Handwerk können die Fachhochschulreife nicht nur über das duale Berufskolleg, sondern auch durch zusätzlichen Abend- oder Wochenendunterricht parallel zu ihrer Ausbildung erlangen. Für die Zusatzqualifikation Fachhochschulreife muss über drei Jahre hinweg außerhalb der Ausbildung 16 Wochenstunden allgemeinbildender Unterricht besucht werden. Nach einer erfolgreichen Ergänzungsprüfung in Mathematik, Englisch und Deutsch haben die Auszubildenden die bundesweit anerkannte Fachhochschulreife in der Tasche. Die in erster Linie an leistungsstarke Realschüler gerichtete Möglichkeit wird in Baden-Württemberg derzeit von 59 Berufsschulen angeboten. Diese zeigen sich in der Regel sehr flexibel: So ist es beispielsweise möglich, den Zusatzunterricht schwerpunktmäßig in die ersten beiden Jahren der Ausbildung zu legen und Raum für den Berufsabschluss im dritten Lehrjahr zu schaffen.
Grundsätzlich ist die Zusatzqualifikation Fachhochschulreife ein gutes Instrument zur Stärkung der dualen Ausbildung. Sie eignet sich vor allem für Betriebe aus anspruchsvollen Gewerken, die leistungsstarke Nachwuchskräfte gewinnen und binden wollen. Allerdings wurde die Alternative zu Berufskollegs oder beruflichen Gymnasien im Schuljahr 2010/2011 von nur rund einem Prozent der baden-württembergischen Auszubildenden tatsächlich wahrgenommen.
Das Handwerk sollte daher die Zusatzqualifikation Fachhochschulreife für Realschüler attraktiver gestalten. Beispielsweise könnten Betriebe ihre Auszubildenden zur Vor- oder Nachbereitung des Zusatzunterrichts von der betrieblichen Arbeit freistellen. Ebenfalls denkbar wäre es, bei der Berufsschule Angebote mit Blockunterricht anzuregen. In Baden-Württemberg besteht das Angebot bereits für viele Berufe, der Ausbau des Angebots ist sowohl als Ziel im Ausbildungsbündnis Baden-Württemberg wie auch als Handlungsempfehlung aus der Enquete-Kommission genannt.







