Handwerk traf sich mit Kultusministerin
16.09.2011In einem Gespräch mit dem Handwerk hat Baden-Württembergs Kultusministerin Warminski-Leitheußer eine Rede für die Bildungstagung des Handwerks im November zum Thema Gemeinschaftsschule zugesagt. In Sachen Teilrechtsfähigkeit von Berufschulen wurden Fortschritte erzielt, die Frage nach einer vertieften Berufsorientierung an der Werkrealschule blieb offen.

Die bildungspolitische Spitze des baden-württembergischen Handwerks hat sich mit Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer und der Ministerialdirektorin im Kultusministerium, Margret Ruep, getroffen. Im Zentrum des Gesprächs stand das vom Handwerk schon seit 2002 verfolgte Thema des längeren gemeinsamen Lernens, das nun bei der neuen Landesregierung auf fruchtbaren Boden fällt. In diesem Zusammenhang hat die Kultusministerin auch zugesichert, bei der bildungspolitischen Fachtagung des baden-württembergischen Handwerks am 16. November in Stuttgart zum Thema Gemeinschaftsschule zu sprechen.

Mit Bedauern mussten die Handwerksvertreter hingegen zur Kenntnis nehmen, dass die Landesregierung die geplante Kooperation der Werkrealschulen mit der zweijährigen Berufsfachschule nicht einführen will. Auch wenn Kritikpunkte wie die Schülerbeförderung im ländlichen Raum oder die mangelnde Abdeckung aller Berufe kaum von der Hand zu weisen sind: Aus Sicht des Handwerks wäre eine während Werkrealschulklasse zehn an zwei Schultagen pro Woche stattfindende Berufsorientierung dennoch eine geeignete Vorbereitung auf eine duale Ausbildung gewesen. Allerdings soll eine vertiefte Berufsorientierung in anderer Form an der Werkrealschule festgeschrieben werden – im Handwerk ist man auf erste Skizzen sehr gespannt.

Zur Sprache kam auch die im Koalitionsvertrag versprochene Teilrechtsfähigkeit der beruflichen Schulen. Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle machte klar, dass der Ausbau der beruflichen Schulen zu Kompetenzzentren nur in enger Abstimmung mit der Wirtschaft geschehen darf. Um eine bedrohliche Konkurrenzsituation für die Bildungseinrichtungen des Handwerks zu vermeiden, sei vor allem darauf zu achten, dass es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen durch Quersubventionierungen oder die Vermischung verschiedener Weiterbildungsangebote komme. Die Kultusministerin sagte zu, die Problematik bei der Umsetzung zu beachten.

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