Handwerkstag zu Debatte im Landtag: Die Schulen stehen in der Pflicht!
28.09.2011Einen Anspruch auf Ausbildung für jeden Schulabgänger, wie es die SPD-Fraktion in der aktuellen Debatte im Landtag und zuvor schon nach ihrer Klausurtagung formuliert hat, lehnt der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) ab. Wer eventuelle Schwächen in den ersten Monaten der Ausbildung ausgleichen wolle, habe den Bezug zur Realität in den Betrieben verloren: "In der Pflicht stehen zuallererst die Schulen."

Das Handwerk stehe zu seiner im Bündnis für Ausbildung gemachten Zusage, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen jungen Menschen ein Angebot auf Ausbildung oder Qualifizierung zu machen, sagte Möhrle. Das Handwerk sucht Nachwuchs und in vielen Gewerken und Regionen blieben auch nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres Lehrstellen unbesetzt. „Der kleine Handwerksbetrieb kann aber unmöglich in wenigen Wochen die Versäumnisse mehrerer Jahre des Schulbesuchs ausgleichen“, erklärte Möhrle, „das ist auch nicht seine Aufgabe“. Ohnehin leiste schon so mancher Handwerksmeister persönliche Nachhilfe und auch in den Bildungszentren des Handwerks gebe es Angebote. Möhrle: „Wir möchten möglichst vielen Jugendlichen eine Brücke ins Handwerk bauen, sie müssen aber auch das erforderliche Rüstzeug vor allem in den Fächern Mathe und Deutsch und die nötige Leistungsbereitschaft mitbringen.“ Die Anforderungen in vielen Ausbildungsberufen seinen hoch und die Zeiten einfacher Hilfstätigkeiten längst vorbei: „Die gibt es schlicht nicht mehr.“ Das Handwerk sei auf qualifizierte Jugendliche angewiesen. Und die könne man sich schließlich nicht selber backen, sondern sie müssten ausbildungsreif aus der Schule kommen. Sie müsse die Jugendlichen fit für die Arbeitswelt machen, damit unnötige Schleifen im Übergangssystem vermieden und der direkte Einstieg in eine Ausbildung gelingen kann. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe sei jedenfalls vorhanden. 35 Prozent der Handwerksbetriebe im Land haben zuletzt angegeben, dass sie bei guten Bewerbern zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen hätten.

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