Werkrealschule: Handwerk fordert klare Konzepte für die Berufsvorbereitung
08.12.2011Landeshandwerkspräsident Möhrle begrüßt den geplanten Wegfall der Notenhürde zwischen Klasse 9 und Klasse 10 an Werkrealschulen. "Damit wird eine alte Forderung des Handwerks in die Tat umgesetzt." Er kritisiert jedoch die Abkehr von der bisher geplanten verpflichtenden Kooperation der Werkrealschule mit den zweijährigen Berufsfachschulen in Klasse 10 und fordert klare Alternativkonzepte in der Berufsvorbereitung ein.

"Wir freuen uns, dass nun alle Schülerinnen und Schüler in Zukunft die Möglichkeit erhalten, von Klasse 9 in Klasse 10 ohne Notenhürde zu wechseln und am Ende den Werkrealschulabschluss erlangen können. Dies war schon lange eine Forderung des Handwerks." Den Absolventen der Werkrealschule stehen über 130 Berufe im Handwerk offen, verbunden mit vielfältigen und interessanten Karriereoptionen bis hin zum Meisterabschluss oder einem Hochschulstudium. "Qualifizierte junge Nachwuchskräfte sind im Handwerk stets willkommen. Schon heute sind viele Ausbildungsplätze mangels Bewerber nicht besetzt," so Möhrle.

Weiterhin kritisiert wird jedoch der Plan, die verpflichtende Kooperation mit der zweijährigen Berufsfachschule in Klasse 10 wieder aufzugeben. Dabei eröffnet gerade die starke berufliche Grundbildung, die es so an keiner anderen Schule gibt, den Schülern beste Chancen auf einen nahtlosen Übergang in die Wirtschaft. "Gute Berufsvorbereitung kann nur außerhalb des Klassenzimmers gelingen und geht weit über die klassische Berufsorientierung hinaus!" Die Landesregierung ist nun aufgefordert, klare Alternativkonzepte zum bisherigen Modell zu benennen. "Wir erwarten klare Vorstellungen, wie die Berufsvorbereitung an den Werkrealschulen in Zukunft gestaltet werden soll." Das Beste für die Schüler erreicht man in enger Kooperation mit der Wirtschaft. Das Handwerk ist ein verlässlicher Partner der Schulen und öffnet zum Beispiel gerne seine Bildungszentren für gemeinsame Angebote. Eine Bedingung wird aber gestellt: "Berufsvorbereitung muss viel früher als in Klasse 10 ansetzen und alle Schüler gleichermaßen einbeziehen. Über manch einen Ausbildungsplatz wird bereits in Klasse 8 entschieden."

Ansprechpartner zum Thema:
Dr. Stefan Baron
Bildungspolitik
(0711) 26 37 09-103

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