Handwerk setzt auf positive Folgen des Atomausstiegs
26.04.2011Baden-Württembergs Handwerkspräsident Joachim Möhrle setzt auf positive Folgen des geplanten Atomausstiegs. Sowohl der Ausbau der Wind- und Solarkraft als auch die notwendige Steigerung der Energieeffizienz könne für einen "Auftragsschub" sorgen, sagte Möhrle der Nachrichtenagentur dapd. Ein Beispiel sei die Sanierung von Altbauten.

Möhrle verwies darauf, dass die Bundesregierung für diesen Bereich zusätzliche Fördermittel angekündigt hat. Er gehe davon aus, dass sich die künftige grün-rote Koalition in Baden-Württemberg ebenfalls verstärkt engagieren werde. Auch für den Netzausbau seien Investitionen erforderlich. Allerdings müsse sich das Handwerk zugleich auf steigende Stromkosten  einstellen.

Derzeit ist die Lage des  Handwerks in Baden-Württemberg nach den Worten von Möhrle "sehr stabil". Er fügte hinzu: "Wir sind gut durch die Krise gekommen. Die Beschäftigungssituation ist im gesamten Handwerksbereich sehr gut." Er gehe "von einem Arbeitskräfteaufbau in der Größenordnung von zwei Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr aus".

Möhrle mahnte jedoch zu Zurückhaltung in der Lohndebatte. Zum einen müsse die Lage in den einzelnen Gewerben berücksichtigt werden. Zum anderen müsse das Handwerk "wegen des hohen Lohnkostenanteils darauf achten, dass wir uns durch zu starke Lohnsteigerungen nicht Probleme am Markt schaffen".

Möhrle forderte zugleich, die künftige Regierung müsse eine berufsorientierte Bildungspolitik gewährleisten. Das Handwerk brauche "ausbildungsreife junge Menschen". Insgesamt erwarte er eine gute Zusammenarbeit mit der grün-roten Koalition. Im Handwerk gebe es keine Vorbehalte gegenüber dem designierten Ministerpräsidenten
Winfried Kretschmann (Grüne).

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