BWHT-Konjunkturindikator auf neuem Höchststand
08.07.2011Das Handwerk in Baden-Württemberg befindet sich auf Rekordkurs: im zweiten Quartal 2011 beurteilten die Handwerksbetriebe im Land ihre Lage äußerst positiv und hegen zudem optimistische Erwartungen. Einziger Wermutstropfen ist die schwierige Suche nach neuen Mitarbeitern.

Das baden-württembergische Handwerk ist weiter auf Kurs: Rund 60 Prozent der 1.200 in der aktuellen Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) befragten Betriebsinhaber beurteilten ihre Geschäftslage im zweiten Quartal 2011 als gut. Vor einem Jahr taten dies nur 44 Prozent. Auch halten derzeit nur noch 8,7 Prozent der Befragten ihre derzeitige Situation für schlecht - im zweiten Quartal 2010 gab noch rund jeder siebte Inhaber diese Antwort.

Auch die Geschäftserwartungen sind voller Zuversicht: Etwa 62 Prozent der Befragten gehen optimistisch ins dritte Quartal, nur 7,4 Prozent sind pessimistisch. Vor Jahresfrist waren auch diese Werte noch deutlich schlechter. Der BWHT-Konjunkturindikator, der Lage und Erwartungen in eine Kennzahl fasst, liegt mit 52,5 Punkten auf einem neuen Allzeithoch. Vor diesem Hintergrund rechnet der BWHT im Jahr 2011 mit einer Umsatzsteigerung von rund vier Prozent.
 
Alle sieben Handwerksgruppen beurteilten ihre Geschäftslage positiv. Die besten Rückmeldungen gaben die Betriebe des Bauhauptgewerbes, von denen 73 Prozent mit den Geschäften im zweiten Quartal zufrieden waren. Im Zuge von Erweiterungsinvestitionen steigt derzeit die Nachfrage nach gewerblichen Bauten. Auch die Nachfrage nach Wohngebäuden nimmt dank zunehmender Arbeitsplatzsicherheit und niedrigen Zinsen zu. Da aufgrund der anhaltenden Energie- und Klimaschutzdiskussion auch das Interesse an energetischen Sanierung und der Fotovoltaik hoch bleibt, folgt gleich dahinter das Ausbaugewerbe. Im Elektrohandwerk nahm vor allem die Nachfrage gewerblicher Kunden zu.

Etwas zurückhaltender in ihren Bewertungen waren die Handwerker, die mit Ihren Produkten und Dienstleistungen private Endkunden ansprechen, also das Gesundheits-, Nahrungsmittel- und Dienstleistungshandwerk. Aus dieser Gruppe waren Klagen über eine schlechte Geschäftslage häufiger zu hören. Zwar steigen im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs die Löhne, die Diskussion über steigende Energiepreise hält die Verbraucher jedoch vorsichtig. Dazu kommt speziell im Nahrungsmittelhandwerk der harte Wettbewerb mit den Supermärkten, der nur durch zusätzliche Angebote wie Snacks und Café-Betrieb bestanden werden kann.
 
In den kommenden Monaten ist im Handwerk mit steigendem Arbeitskräftebedarf zu rechnen. Rund jeder zehnte Befragte möchte im dritten Quartal Beschäftigte einstellen, nur knapp 4,5 Prozent rechnen damit, Personal abbauen zu müssen. Stellengesuche angekündigt haben vor allem die Betriebe im Bauhauptgewerbe und im Nahrungsmittelhandwerk, wo jeweils rund 17 Prozent der Befragten neue Mitarbeiter suchen. Eine Suche, die nicht einfach ist: Beide Berufsgruppen beklagen, dass ihr Fachkräftebedarf oft nicht schnell genug gedeckt werden kann.

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