Das Handwerk konnte nochmals kräftig zulegen, obwohl die Stimmung in der Gesamtwirtschaft sich etwas abgekühlt hat. Während der L-Bank-ifo-Geschäftsklimaindex, der die gesamte gewerbliche Wirtschaft abdeckt, im dritten Quartal rückläufig war, ist der BWHT-Konjunkturindikator für das Handwerk im Land nochmals gestiegen. Er lag zum Ende des dritten Quartals bei 54,4 Punkten, was wiederum einen neuen Höchststand darstellte. 60 Prozent der 1.200 befragten Betriebe beurteilten ihre wirtschaftliche Lage im dritten Quartal als gut, nur 6,7 Prozent als schlecht.
Noch vor einem Jahr war gut die Hälfte der Betriebe zufrieden und knapp ein Zehntel unzufrieden. Insbesondere Kleinstbetriebe mit bis zu vier Beschäftigten, die rund 45 Prozent der Befragten ausmachten, waren deutlich zufriedener als im Vorjahr. Die hohe Zufriedenheit zeigte sich auch an der hohen Betriebsauslastung: Jeder achte Betrieb nutzte seine Kapazitäten zu mehr als 100 Prozent aus. Einen so hohen Wert gab es seit Beginn der Erhebung im Jahr 1999 noch nie. Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf (Metallbau, Feinwerkmechaniker) gaben sogar rund 17 Prozent der Betriebe eine Überauslastung an, im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe rund jeder sechste Betrieb. Hier zeigten sich ganz deutlich das ungebrochene Sanierungsinteresse sowie der wiedererstarkende Wohnungsneubau.
Es ist daher kein Wunder, dass vor allem im Bauhauptgewerbe und bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf die Beschäftigung überdurchschnittlich gestiegen ist. So haben 18 Prozent der Bauhauptbetriebe Mitarbeiter eingestellt, aber nur sechs Prozent haben sich von Beschäftigten getrennt.
Insgesamt hat rund jeder achte Handwerksbetrieb Personal eingestellt. Das Handwerk bleibt auch optimistisch, dass auch die kommenden Monate bis Jahresende gut bleiben. Im dritten Quartal meldeten rund 80 Prozent der Befragten steigende oder gleichbleibende Auftragseingänge im Vergleich zum Vorquartal. Derselbe Anteil der Befragten geht davon aus, dass auch im vierten Quartal die Auftragseingänge nicht sinken werden.
Sorgen bereitet jedoch die Mittelstandsfinanzierung im Rahmen der neuen Eigenkapitalvorschiften von Basel III. Kredite, die das solide Handwerk bei Genossenschaftsbanken oder Sparkassen für eigene Investitionen benötigt, könnten deutlich teurer werden und die Expansionspläne des Handwerks bremsen.
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