Laut der aktuellen Handwerksberichterstattung des Statistischen Landesamts haben die baden-württembergischen Handwerksbetriebe ihren Umsatz im Jahr 2008 nominal um 3,2 Prozent gesteigert – vor allem dank eines guten ersten Halbjahrs. Denn in den ersten beiden Quartalen stiegen die Umsätze im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahresquartalen um 8,6 bzw. 6,4 Prozent. Im letzten Quartal 2008 wirkt sich die Wirtschaftskrise auf das Handwerk aus: die Umsätze gingen um 3,1 Prozent zurück.
Besonders schwer ist das Kfz-Gewerbe betroffen. Nach deutlichen Umsatzsteigerungen von 9,9 und 5,5 Prozent in den ersten beiden Quartalen verringerten sich die Umsätze auf Grund der hohen Kraftstoffpreise und die unsichere wirtschaftliche Lage in der zweiten Jahreshälfte deutlich (-1,1 bzw -9,5%). Auch das Handwerk für den gewerblichen Bedarf meldet im vierten Quartal einen Rückgang der Umsätze um 5,6 Prozent. In den ersten beiden Quartalen wurden noch Zuwächse von 8,2 und 9 Prozent gemessen. Die zu dieser Gruppe gehörigen Metallbauer müssen nach zweistelligen Umsatzzuwächsen im ersten Halbjahr im vierten Quartal ein Minus von 2,5 Prozent verkraften.
Die Talfahrt der Friseurumsätze scheint dagegen vorerst gestoppt. Ausbau-, Nahrungsmittel- und Gesundheitshandwerk können ihre positiven Umsatzveränderungen das ganze Jahr über halten. Im letzten Quartal ist dies vor allem der niedrigen Inflation zu verdanken.
Real ergibt sich ein Umsatzplus für das gesamte zulassungspflichtige Handwerk von 0,5 Prozent. Der BWHT-Konjunkturindikator zeigt einen ähnlichen Verlauf wie die Umsätze im Handwerk. Nach Werten von mehr als +20 in den ersten drei Quartalen ist er im letzten Quartal 2008 auf 9,1 Punkte gefallen.
Während die Umsätze in Baden-Württemberg nicht ganz so stark gestiegen sind wie bundesweit (+4,4%), hat die Beschäftigung mit -0,4 Prozent im Vergleich zum Bund (-0,9%) weniger stark abgenommen. Nach einem Beschäftigungsplus von 0,7 Prozent im Jahr 2007 gibt es damit im Jahr 2008 dem langfristigen Trend folgend wieder weniger Beschäftigte. Rückgängig ist die Beschäftigung vor allem im Bauhauptgewerbe (-2,3%), im Kfz-Gewerbe (-3,3%) und bei den Friseuren (-4,3%). Diese Entwicklungen sind jedoch kein Resultat der derzeitigen Wirtschaftskrise. In allen drei Gewerbegruppen fand der Beschäftigtenabbau über das ganze Jahr statt. Im besonders von der Wirtschaftskrise betroffenen Handwerk für den gewerblichen Bedarf schrumpfen die Beschäftigungszuwächse im Verlauf des Jahres 2008 von 4,1 auf 1,1 Prozent, bleiben aber positiv. Dies zeigt, dass das Handwerk auch in der Krise weiterhin alles tut um Kündigungen zu vermeiden.
Detaillierte Daten, gegliedert nach Wirtschaftszweigen und einzelnen Berufen, finden sich auf den Internetseiten des




