Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2019

© Franziska Kraufmann / Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Alle acht Jahre schreiben der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege in Baden-Württemberg aus. Nach dem letzten Aufschlag 2011 fand der Preis in 2019 wieder heirzulande statt.

Die Aufgabe der Jury war nicht ohne, denn sie musste aus zahlreichen Bewerbungen die Preisträger des diesjährigen Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege auswählen. Am Ende aber war das Ergebnis einstimmig: Das barocke Wohnhaus von 1724 in Meersburg machte den Ersten Platz. Mit den neuen Eigentümern ist das Denkmal wieder zu einem Kleinod geworden. Statt sich mit einer oberflächlichen Renovierung zu begnügen, ließen sie sich von der Notwendigkeit einer sorgfältigen Bauuntersuchung und Schadenskartierung überzeugen, die die Grundlagen für die behutsame Instandsetzung lieferten. Ein Team von qualifizierten und in der Denkmalpflege erfahrenen Handwerkern arbeitete bei der Lösungsfindung eng zusammen, um die Qualität des Kulturdenkmals wieder in Wert zu setzen.

Bei der feierlichen Preisverleihung Mitte Dezember im Stuttgarter Neuen Schloss würdigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann das Engagement von Eigentümern und die Leistungen von Handwerksbetrieben in der Denkmalpflege. „Um Baudenkmäler zu erhalten und zu pflegen, braucht es Menschen, die bereit sind, alten Gemäuern wieder neues Leben einzuhauchen. Die neue Nutzung für die Gebäude finden und sie auf aktuelle Standards bringen. Die Unterstützung von Denkmalpflege und Handwerksbetrieben sorgt dafür, dass historische Gebäude weiterhin als Teil unseres kulturellen Erbes erhal-ten bleiben. Bewusst mit Vorhandenem umzugehen, Ressourcen zu schonen und zu bewahren bedeutet außerdem nachhaltiges Handeln“, betonte Kretschmann. Zudem würden Eigentümerinnen und Eigentümer und Bauherren, die ihre Aufträge an die Handwerksbetriebe im Land geben, damit auch die lokale und regionale mittelständische Wirtschaft fördern.

Der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks für beispielhafte Leistungen in der Baudenkmalpflege verliehen. Der Preis wird im jährlichen Wechsel in zwei Bundesländern vergeben, in diesem Jahr in Baden-Württemberg und dem Saarland. Die ausgezeichneten Objekte sind hierzulande neben dem Wohnhaus in Meersburg die Schlosstorkel Bodman-Ludwigshafen, die Alte Molkerei in Kupferzell, der Lokschuppen in Mannheim, das Hofgut mit Wohnhaus in Mössingen sowie die ehe-malige Torkel in Salem.

 „Der Bundespreis zeigt eindrucksvoll, dass privates Denkmalengage-ment und handwerkliches Wissen und Können einen zentralen Beitrag dazu leisten, das heimische Kulturerbe lebendig und authentisch zu erhalten. Das Handwerk ist dafür ein unverzichtbarer Partner“, stellte auch der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, die Leistung der Handwerker in der Denkmalpflege in den Vordergrund.

Impressionen vom Denkmalpflegepreis 2019