Jahresbegegnung 2011

Wie Baden-Württemberg die Energiewende schaffen will? Auf jeden Fall gemeinsam mit dem Handwerk. Dies unterstrich der neue Umweltminister Franz Untersteller, der die Gäste der Jahresbegegnung 2011 des Baden-Württembergischen Handwerkstages im Forum der Handwerkskammer Region Stuttgart über die Pläne der Landesregierung informierte. Die öffentliche Veranstaltung stand unter dem Motto "Wind, Wasser, Sonne und Handwerk.

"Insbesondere in der Energie- und Klimapolitik stünden die Zeichen auf Veränderung", sagte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle. Das Handwerk unterstütze die Energiewende aus vollem Herzen, sei in der Umsetzung aber auf die richtigen politischen Rahmenbedingungen angewiesen. Grundsätzlich müsse das Energiekonzept die regionalen Unterschiede bei der Erzeugung von Energie und deren Verteilung berücksichtigen, damit alle Möglichkeiten der lokalen Stromerzeugung ausgeschöpft werden können. Möhrle äußerte die generelle Sorge des Handwerks, dass über günstige Angebote und Massenabfertigung die individuelle Beratung hinsichtlich des besten Energiekonzeptes für den Kunden oftmals verloren gehe. Auch beim Thema Elektromobilität müsse von vorneherein das Augenmerk darauf gerichtet werden, Monopole zu vermeiden.

Große Potenziale

Nur durch die Senkung des Energieverbrauchs könnten die Erneuerbaren Energien ihren Siegeszug fortsetzen, meinte Möhrle weiter. Dies gelte nicht nur für Wohngebäude, sondern auch die Betriebe selbst müssten zum Vorbild für energiesparende Produktionsweisen werden. Flankierende und vor allem stetige Fördermaßnahmen seien notwendig, um die Betriebe zukunftsfit zu machen. "In den Handwerksbetrieben selbst schlummern noch große Potenziale zur Energie- und Kosteneinsparung", zeigte sich auch der Minister überzeugt und wies auf Programme wie beispielsweise den "KälteCheck" oder auf das vom Land geförderte "Eco-Plus"-Programm hin. "Der Gebäudesanierung kommt für einen erfolgreichen Klimaschutz eine zentrale Rolle zu. Die großen CO2-Einspar-Potenziale können nur mit Hilfe des Handwerks gehoben werden", bekräftigte der Minister in seiner Rede.

Wie die Zukunft aussieht

Untersteller skizzierte in seiner Rede, wie die Energieversorgung im Land in Zukunft aussehen müsse. Als Eckpunkte nannte er unter anderem ein Ende der Blockade der Windenergie, den Ausbau der Wasserkraftwerke und der Gaskraftwerke. Probleme sieht Untersteller bei der Infrastruktur der Verteilernetze und der Speicherkapazitäten: "Da müssen wir über neue Technologien nachdenken." Um die Energieeinsparziele zu erreichen, brauche es die Innovationen und die Fachkompetenz des Handwerks.

Gemeinsam Wege suchen

Die Energiewende, so Untersteller, werde es nicht umsonst geben: "Aber die Preissteigerungen werden sich in Grenzen halten." Für das Handwerk sehe er deutlich mehr Chancen als Risiken. Er freue sich darauf, sagte der Minister, mit dem Handwerkstag und den Fachverbänden begonnene Aktivitäten weiterzuentwickeln. Möhrle sagte zu, das Handwerk werde mit der Landesregierung an einem Strang ziehen: "Lassen Sie uns gemeinsam nach neuen, konsensfähigen Wegen suchen." In seinem Schlusswort lud BWHT-Hauptgeschäftsführer Oskar Vogel die Gäste der Jahresbegegnung zum weiteren informellen Austausch beim anschließenden Come-together ein.

Impressionen von der Jahresbegegnung 2011