Jahresbegegnung 2018

Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) ist zu seiner Jahresbegegnung 2018 zusammengekommen. Politischer Spitzengast war Nicole-Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg. Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold forderte die schnelle Einführung einer Meisterprämie auf Landesebene. 

"Wir wünschen uns, dass die Meisterprämie hier im Land so schnell wie möglich kommt", richtete Landes-handwerkspräsident Rainer Reichhold eine knackige Forderung gleich zum Auftakt der traditionellen Jahresbegegnung des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) an Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Zumal sich die Landesregierung klar zur Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung bekenne. "Dies ist mir ein Kernanliegen. Kaum ein anderes Bundesland ist in der Förderung der beruflichen Bildung so aktiv wie Baden-Württemberg. Bevor wir aber ernsthaft über eine Meisterprämie hier im Land reden, die den Landeshaushalt jährlich rund 24 Millionen Euro kosten dürfte, möchte ich schauen, wie die Bunderegierung die angekündigten Verbesserungen beim Meister-BAföG umsetzt", erwiderte die Ministerin.

Ausbau mit Hochdruck nötig

BWHT-Präsident Reichhold nannte noch weitere aktuelle Baustellen. So sei schnelles, flächendeckendes Internet für die Handwerker nötig, um Aufträge überhaupt abzuwickeln. Auch beim Mobilfunk hapere es noch zu oft, sobald man die Städte verlasse. "Wir arbeiten mit Hochdruck am Breitband- und Mobilfunkausbau. Das Ziel unserer Breitbandpolitik ist es, möglichst allen eine Teilhabe am schnellen Internet zu ermöglichen. Das ist die Voraussetzung einer digitalen Gesellschaft. Und wir setzen uns dafür ein, dass die Voraussetzungen für 5G geschaffen werden. Beim Ausbau müssen Gewerbegebiete und Verkehrswege Vorrang haben", so Hoffmeister-Kraut.

Ausnahmen vorerst unbefristet

Dritte Forderung des Landeshandwerkspräsidenten: eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur. Da seien die jüngst beschlossenen Fahrverbote für Euro 4-Diesel natürlich der falsche Weg. Ministerin Hoffmeister-Kraut betonte vor den rund 140 Gästen, sie habe in den Verhandlungen zwischen den Koalitionspartnern CDU und Grünen vorerst unbefristete Ausnahmen für das Handwerk in Sachen Fahrverbote erreicht. Außerdem wolle sie sich im Bund weitere für technische Nachrüstungsmöglichkeiten stark machen. Hier sei Berlin leider noch zu zögerlich.

Fachkräfte im Fokus

Dass die Zusammenarbeit zwischen Politik und Handwerk hervorragend funktioniert, zeigt das gemeinsame Projekt "Handwerk 2025". Hier hob die Wirtschaftsministerin die große Bedeutung des Handwerks für die mittelständische Wirtschaft hervor. Damit das auch in Zukunft so bleibe, brauche es ausreichend qualifizierte Fachkräfte: "Deshalb haben wir die Fachkräftesituation im Handwerk zu einem Themenschwerpunkt in unserem Strategieprojekt ‘Dialog und Perspektive Handwerk 2025‘ gemacht." Neben der Säule Personal besteht das Projekt noch aus den Säulen Digitalisierung und Strategie. Hoffmeister-Kraut: "Ich bin überzeugt davon, dass diese drei Zukunftsfelder entscheidend dafür sind, dass sich das Handwerk für die Zukunft erfolgreich aufstellt."

Wunsch nach Verlängerung

Zum Abschluss hatte auch der Hauptgeschäftsführer des BWHT, Oskar Vogel, noch einen Wunsch an die Ministerin: Dass dieses gemeinsame Erfolgsprojekt auch über das Jahr 2019 fortgesetzt werde.

Goldene Ehrennadeln

Zum Abschluss wurde der bisherige BWHT-Vizepräsident Dr. Harry Brambach für seine langjährigen Verdienste mit der Goldenen Ehrennadel des Baden-Württembergischen Handwerks ausgezeichnet. Dieselbe Ehrung erhielt auch Prof. Dr. Johann Löhn, Präsident der Steinbeis-Hochschule Berlin, für sein Engagement um den Seifriz-Preis. Neben den Vertretern der Handwerksorganisationen waren auch einige Parlamentarier unter den Gästen, darunter Matthias Gastel MdB (Grüne), Dr. Friedrich Bullinger MdL (FDP) und Alexander Schoch MdL (Grüne).