Parlamentarischer Abend: Schlachtfest 2012

Mit dem „Schlachtfest“ hat der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) einen  politisch-gesellschaftlichen Treffpunkt ins Leben gerufen: Die Wirtschaftsmacht von nebenan war Mitte November zum fünften Mal Gastgeber für den Parlamentarischen Abend im Forum der Handwerkskammer Region Stuttgart, der alljährlich dem Gedankenaustausch zwischen Wirtschaft und Politik dient.

Mehr als 60 Abgeordnete nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch in lockerer Runde. BWHT-Präsident Joachim Möhrle begrüßte neben Landtagspräsident Guido Wolf auch  Umweltminister  Franz Untersteller (Grüne) und Europaminister Peter Friedrich (SPD), die Fraktionsvorsitzenden Peter Hauk (CDU), Edith Sitzmann (Grüne), Claus Schmiedel (SPD) und Hans-Ulrich Rülke (FDP). Unter die Gäste mischte sich auch der Beauftragte der Landesregierung für Mittelstand und Handwerk, Peter Hofelich (SPD). Maßgeblich für den Erfolg des Abends war aber, dass auch viele Vertreter der Handwerkskammern, Fachverbände und befreundeter Organisationen gekommen waren, um in zwanglosem Rahmen mit ihren Wahlkreisabgeordneten und den Regierungsmitgliedern zu diskutieren.

Landeshandwerkspräsident Möhrle ging auf die Themen ein, die dem Handwerk auf den Nägeln brennen: "Wir brauchen nachhaltige Antworten, die Vertrauen in die Zukunft schaffen – in der Sozialpolitik, in der Bildungs- und Steuerpolitik, vor allem aber in der Energiepolitik." Dies gelte ganz besonders für das Gesetz zur steuerlichen Förderung der Gebäudesanierung, um das sich Bund und Länder schon seit Monaten im Vermittlungsausschuss streiten. Große Sorge bereite dem Handwerk die Nachwuchssicherung. Die Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung müsse noch deutlicher werden: Das Handwerk werde verstärkt auch bei leistungsstarken Jugendlichen für die vielfältigen und spannenden Wege der Karriere mit Lehre werben. Dafür forderte Möhrle Hilfestellung durch die Politik ein. Von Anfang an habe sich das Handwerk für die neuen pädagogischen Wege der Gemeinschaftsschule stark gemacht: "Es ist nun Aufgabe der Landesregierung, dieses Modell auch zum Erfolg zu führen."

"Sie begleiten die Politik oft kritisch, immer aber konstruktiv", bescheinigte Landtagspräsident Wolf den Handwerkern. Alle gemeinsam stünden vor großen Herausforderungen. Dies gelte in erster Linie für die Fachkräftesicherung. Der Schlüssel hierfür liege im richtigen Bildungssystem, das auf den handwerklichen Bedarf Rücksicht nehmen müsse, griff Wolf Möhrles Ausführungen auf. "Das Handwerk selbst lege die Hände nicht in den Schoß, lobte Wolf und nannte als Beispiele die bundesweite Imagekampagne, Fortbildungsangebote für Lehrer oder auch die Berufsorientierung an Schulen. Wolf ging auch auf die zentrale Rolle des Handwerks bei der Umsetzung der Energiewende ein. Er bezeichnete das Handwerk als das Rückgrat der Wirtschaft: "Damit zu werben, ist gut und richtig."

Das Schlachtfest ist bekannt für originelle Dekorationen. Ob Heuballen oder Krautköpfe – passend zur Jahreszeit ist der Veranstaltungsort nicht nur in stimmungsvolles Licht getaucht. Diesmal leistete eine bunte Schweineherde aus Pappmaché in Lebensgröße den Gästen Gesellschaft. Entliehen waren sie dem Stuttgarter Schweinemuseum im Alten Schlachthof. Ein Besuch dort lohnt sich übrigens: 41.500 Exponate in allen Varianten gibt es da zu sehen – vom Glücksschwein aus Gold bis zum hochglanz-lackierten Sparschwein aus Holz.

Den musikalischen Beitrag zur Veranstaltung hatte wie schon im Vorjahr das Nürnberger Jazz-Ensembles „4 at the club“ geleistet.