Parlamentarischer Abend: Schlachtfest 2014

Es ist ein Highlight im Jahreskalender als  Tag der persönlichen Begegnung  von Politikern und Vertretern der Handwerkskammern und der Branchenverbände des Handwerks: Das "Schlachtfest", der parlamentarische Abend des Handwerkstages. Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle freute sich über ein volles Haus und die Gästeliste, die man auch als Who is Who des baden-württembergischen Landtags hätte bezeichnen können.

Anfang November hatte der BWHT nun bereits zum siebten Mal zu seinem Schlachtfest im Forum der Handwerkskammer Region Stuttgart eingeladen. Neben Landtagspräsident Guido Wolf (CDU), Kultusminister Andreas Stoch (SPD), Staatsministerin Silke Krebs (Grüne) und Staatssekretärin Marion von Wartenberg (SPD) folgten die Fraktionsvorsitzenden Peter Hauk (CDU), Claus Schmiedel (SPD) und Hans-Ulrich Rülke (FDP) sowie eine Vielzahl von Abgeordneten aller Parteien der Einladung.  Maßgeblich für den Erfolg des Abends war aber auch, dass viele Vertreter der Handwerkskammern, Fachverbände und weiterer Mitgliedsorganisationen gekommen waren, um in zwanglosem Rahmen mit ihren Wahlkreisabgeordneten und den Regierungsmitgliedern zu diskutieren.

BWHT-Präsident Möhrle machte seine Ankündigung wahr („keine langen Reden“) und stellte in seiner Begrüßungsrede zwei Themen in den Mittelpunkt: „Unsere Betriebe und die  Handwerksorganisationen, tun alles, um die Herausforderungen des Nachwuchs- und Fachkräftemangels zu stemmen.“ Aber manches sei alleine nicht zu leisten. Dies gelte vor allem für den fatalen Trend der Akademisierung. Für eine Schubumkehr in der Gesellschaft müsse die Politik die richtigen Voraussetzungen schaffen. Er appellierte eindringlich an die Landesregierung, den Zeitplan für die Einführung für das neue Schulfach Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung und mit ihm die Leitperspektive nochmals auf die Agenda zu nehmen: „Wir können nicht bis 2016/17 warten.“  Ernste Sorgen bereite dem Handwerk auch ein anderer Vorgang:  Die EU-Kommission hat den Meisterbrief ins Visier genommen. „Dem werden  nicht tatenlos zusehen“, kündigte Möhrle an. Gemeinsam mit Finanz- und Wirtschaftsminister Schmid reise  eine Handwerksdelegation in die Höhle des Löwen nach Brüssel, um Abgeordneten des EU-Parlaments und Mitarbeitern der EU-Kommission deutlich zu machen, warum der Meistervorbehalt eine zulässige Regulierung darstellt und wo seine unbestreitbaren Vorzüge liegen.

Auch Landtagspräsident Guido Wolf unterstrich in seiner launigen Ansprache: „Wir müssen die Bestrebungen der EU-Kommission im Auge behalten.“ Der Meisterbrief sei ein Wertpapier: „Wir lassen ihn nicht zu Altpapier machen.“ Die beste Garantie für Qualität sei schließlich Qualifikation. Einigkeit bestand auch in der Frage der Gleichwertigkeit der Bildungswege: „Wir dürfen der Akademisierung keinen Vorschub leisten.“  Das Handwerk sei nicht die zweite Liga der Berufsfelder. Spontanen Beifall erntete Wolf mit seiner Feststellung: „Es ist ein großes Glück, dass es dieses Handwerk gibt.“

Das Erneuerbare Wärmegesetz, die Einführung eines Bildungszeitgesetzes, die Landesbauordnung und die Lockerung der wirtschaftlichen Betätigung der Kommunen – Stoff genug, wenn es das gebraucht hätte, um die Gespräche an den Tischen in Schwung zu bringen. Denn auch so waren die Gäste bester Laune. Dazu beigetragen hat sicher die Fotobox im Foyer, mit deren Hilfe die Politiker zumindest optisch einmal in die Rolle eines Schornsteinfegers, einer Maurers oder eines Bäckers  schlüpfen konnten. Musikalisch hat die Jazzband Boogaloo mit ihrer Sängerin Ruth Sabadino die gute Atmosphäre beflügelt. „Man braucht keine prophetischen Gaben, dieses Schlachtfest wird  ein Erfolg“, hatte Landtagspräsident Wolf abschließend gesagt. Da sollte er Recht behalten.