Parlamentarischer Abend: Schlachtfest 2016

Zum neunten Mal hatte der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) Mitte Oktober zum Parlamentarischen Abend ins Forum der Handwerkskammer Region Stuttgart eingeladen. Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold freute sich über ein volles Haus als ein Zeichen der Wertschätzung und eines funktionierenden Netzwerkes.

n den Parlamenten, bedauerte Reichhold, hätten Handwerker leider Seltenheitswert: "Wir müssen uns also schon selbst darum kümmern, unsere Anliegen in die Politik zu tragen." Umso wichtiger sei deshalb die Möglichkeit, zwanglos und ohne lange Redebeiträge miteinander ins Gespräch zu kommen

Politische Weichen stellen

Reichhold berichtete eingangs von einem für das Handwerk erfolgreichen Jahr, betonte aber: "Es gibt keinen konjunkturellen Höhenflug, der ewig währt."   Das Handwerk will gut gerüstet in die Zukunft gehen und hat deshalb gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium das Strategieprojekt "Dialog und Perspektive Handwerk 2025" ins Leben gerufen. Die Ergebnisse werden Ende Januar im Haus der Wirtschaft vorgestellt. Reichhold lud die Politiker zum Kommen ein: "Denn wenn es dann an die Umsetzung der Empfehlungen geht, dann sind die Handwerksorganisationen gefragt, aber auch alle, die wirtschaftspolitischen Weichen stellen."

Große Zukunftsthemen

Die Digitalisierung sei eines der großen Zukunftsthemen des Handwerks, sagte Reichhold. Aktuell engagierten sich die Betriebe im Land besonders für die Integration von Flüchtlingen. Der Erfolg hänge von zwei Faktoren ab: "Sprache und Qualifikation." Es müsse ein Ende haben mit der Diskussion um eine "Ausbildung light" mit abgesenkten Standards für Flüchtlinge, appellierte Reichhold an die Politiker.

Das Handwerk ernst nehmen

Das  Handwerk habe sich früh dieser Aufgabe  gestellt, lobte Landtagspräsidentin Aras: "In seinen kleinen und mittleren Unternehmen sind die idealen Voraussetzungen gegeben, um auszubilden und zu integrieren." Das  Handwerk befasse sich in einer grundsätzlichen und Mut machenden Art und Weise mit diesem Thema. Sie sei zuversichtlich, meinte Aras weiter, dass der starke und wachsende Wirtschaftszweig Handwerk aus dem Zukunftsprojekt "Handwerk 2025" gestärkt hervorgehe und besonders den technologischen Entwicklungen gerecht werden kann. Dabei gelte es, die bildungspolitischen Vorstellungen des Handwerks einzubeziehen. Der Handwerkstag habe den Parteien mit seinen Wahlprüfsteinen eine Reihe von Aufgaben mitgeben. Aras: "Wir nehmen sie ernst, weil auch wir das Handwerk stärken und seine Zukunftsfähigkeit sichern wollen.“"

Persönliche Begegnungen

Das Schlachtfest, meinte die Landtagspräsidentin, halte die Erinnerung an ländliche Traditionen wach. Doch wichtiger als persönliche Empfindungen seien die Gespräche und Begegnungen von Handwerk und Politik, für die der Handwerkstag einen schönen Rahmen geschaffen habe. Stoff gab es jedenfalls genug, um die Gespräche an den Tischen in Schwung zu bringen. Denn auch so waren die Gäste bester Laune. Dazu beigetragen hatte unter anderem die Stuttgarter Konditorei Hafendörfer. Sie zeigte im wahrsten Sinne des Wortes ein Herz fürs Handwerk: Die Gäste konnten je nach persönlichem Gusto und gestalterischer Begabung ein Lebkuchenherz verzieren. Wer es an Kreativität fehlte, für den gab es Nachhilfe vom Meister persönlich. Ein jahreszeitlich geschmückter Saal, ein bodenständiges Schlachtfest-Buffet und gefühlvoller "Jazz mit Stil" von Gentle Rain trugen ihren Teil zum Gelingen bei.