BWHT-Jubiläum  25.01.2020

60 Jahre mit einer Stimme fürs Handwerk

In diesem Jahr feiert der Baden-Württembergische Handwerkstag sein 60jähriges Bestehen. Bis dahin hatten die acht Handwerkskammern im Land sowie die damals 92 Landesinnungsverbände lediglich eine Arbeitsgemeinschaft gebildet. Vereinsgründungsdatum war der 25. Januar 1960.


"Am 25. Januar 1960 hat die Vollversammlung des Baden-Württembergischen Handwerkstags, des bisherigen Zusammenschlusses der Handwerkskammern und Fachverbände sowie anderer wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Einrichtungen und Organisationen des Handwerks im Landes Baden-Württemberg, diesen zu einem rechtsfähigen Verein konstituiert", ist im Gründungsbeschluss. Der Verband wurde gegründet mit dem Auftrag, die Interessen des gesamten Landeshandwerks zu vertreten - das 1960 aus rund 135.000 Betrieben und 620.000 Mitarbeitern bestand. Zum Vergleich: Auch heute vertritt der BWHT 135.000 Betriebe, inzwischen aber 795.000 Beschäftigte. Bei der konstituierenden Vollversammlung wurde der Baumeister Robert Sieber zum ersten Präsidenten gewählt.

Die Landespresse berichtete damals breit über die Gründungsversammlung des Handwerkstags. Besonders die politische Rede des Präsidenten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Senator Joseph Wild, stieß auf großes Interesse. So berichteten die Stuttgarter Nachrichten am 26.1.1960 von seinem Appell, das Handwerk müsse "seine starke wirtschaftliche Stellung dazu benutzen, zu allen Gesetzesvorhaben seine Stimme zu erheben." Das gelte umso mehr, als "offenbar vom Bundestag noch eine ganze Reihe Gesetze beschlossen werden sollen, die das Handwerk belasten."  Ein Anliegen, das sicher auch heute noch aktuell ist. Auch das Problem, dass "in der augenblicklichen Zeit der Hochkonjunktur"  das Handwerk "besonders stark unter dem Arbeitskräftemangel zu leiden habe", kennen heute viele Betriebe, die ihre offenen Stellen nicht besetzen können. Aus heutiger Sicht kurios bis befremdlich scheint dagegen die Warnung vor den Gefahren, die eine "überstürzte Arbeitszeitverkürzung und Urlaubsverlängerung" mit sich bringe, da diese "sich besonders auf die in Ausbildung befindliche Jugend negativ auswirken würden."

Der Baden-Württembergische Handwerkstag feiert sein Jubiläum im Rahmen seiner Jahresbegegnung am 9. Juli; Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird die Festrede halten.