Vera 8-Studie  26.04.2018

Ergebnisse sind "schlichtweg katastrophal"

"Die Ergebnisse der Vergleichsstudie Vera sind ernüchternd", stellte Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold fest. Sie legten schonungslos offen, welch drängender Handlungsbedarf bei der Qualitätsverbesserung von Unterricht und Schule bestehe. Wenn im Kompetenzbereich Lesen 43 Prozent der Schüler an den Haupt- und Werkrealschulen und 22 Prozent an den Gemeinschaftsschulen den Mindeststandard erreichen und in Mathematik sogar 45 Prozent der Haupt- und Werkrealschüler darunter liegen, dann sei dies "schlichtweg katastrophal".


Für das Handwerk ein ernüchternder Befund. "Wenn grundlegendes Wissen nicht mehr vermittelt wird, fehlt das Fundament, um eine Ausbildung erfolgreich beginnen und abschließen zu können", sagte Reichhold. Die Betriebe engagierten sich, wo sie können: "Aber alle Defizite auszugleichen, ist beim besten Willen nicht zu leisten." Dies sei auch nicht Aufgabe der Betriebe. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) begrüße die angekündigten Maßnahmen, um Schulqualität und Lehrerbildung zu verbessern. Allerdings seien Erfolge erst mittel- bis langfristig zu erwarten. Das Land habe versäumt, bereits in der Vergangenheit eine wissenschaftliche, auf Daten basierende Schulpolitik zu betreiben, um die Leistungsfähigkeit und Qualität des Schulsystems auf lange Sicht zu verbessern.

Die Leidtragenden dürften aber nicht die Jugendlichen der aktuellen Generation sein, warnte Reichhold. Sie dürften nicht für eine spätere Ausbildung verloren gegeben werden. Und es dürfe nicht so weit kommen, dass sie nur mit aufwändigen Reparaturmaßnahmen zur Ausbildungsreife geführt werden können. Der Handwerkstag fordert eine schnell wirksame Umsteuerung. "Förder- und Unterstützungsangebote kurzfristig schaffen, die Wissensvermittlung wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, die Kernfächer stärken und fachfremden Unterricht vermeiden", umriss Reichhold die zentralen Bausteine für ein Maßnahmenpaket.