Kommunalwahlen  28.05.2019

Handwerk braucht gute Infrastruktur

Die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Baden-Württemberg liegen größtenteils vor; in vielen kommunalen Räten verschieben sich die Mehrheitsverhältnisse deutlich. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) hat einen Forderungskatalog für handwerksfreundliche Städte und Gemeinden vorgelegt. Die thematischen Schwerpunkte liegen im Bildungs-, Energie- und Infrastrukturbereich.


„Auch wenn die neuen Stadt- und Gemeinderäte erst noch zusammenkommen müssen – damit das Handwerk den Kommunen auch in Zukunft erhalten bleibt, müssen sie schnell ihre Arbeit aufnehmen. Die  Handwerksbetriebe brauchen leistungsfähige Straßen, schnelles Internet und bezahlbare Gewerbeflächen, um Arbeitsplätze vor Ort langfristig zu schaffen und zu sichern“, sagt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold.

Der BWHT fordert die Kommunen unter anderem auf, eine wirtschaftsfreundliche Infrastrukturpolitik zu betreiben. So trägt der Aufbau von Startup- und Handwerkerparks maßgeblich zu einer wirtschaftsfördernden Innovationskultur bei. Umgekehrt müssen sich Handwerksbetriebe, die der Nahversorgung dienen, im Sinne einer „Kommune der kurzen Wege“ in der Nähe der Kunden im Ortszentrum ansiedeln können. Reichhold: „Besonders im Blick haben wir auch die Berufsschüler, denn sie sind die Fachkräfte von morgen. Wo immer möglich, müssen Berufsschulklassen wohnort- und betriebsnah erhalten bleiben. Die Einführung eines verbundübergreifenden Azubi-Tickets ist darüber hinaus ebenfalls erforderlich, wie es das bereits für Studierende gibt.“

Weitere Forderungen des Handwerkstags: In Luftreinhalteplänen darf es keine Fahrverbote für das Handwerk geben. Und für den Ausbau einer dezentralen Energieversorgung ist das Handwerk als Partner vor Ort einzubinden.

„Innerstädtische Betriebe haben ganz andere Bedürfnisse als Betriebe auf dem Land. Daher ist dem Handwerk nur geholfen, wenn jede Kommune ihre individuellen Schwachpunkte ehrlich benennt und diese angeht. Nur so lässt sich eine erfolgreiche und zukunftssichernde Standortpolitik betreiben. Wir setzen deshalb darauf, dass die Kommunen unsere Forderungen für handwerksfreundliche Städte und Gemeinden ernst nehmen“, fordert Reichhold abschließend.

Starke Partner auch in Zukunft – 15 Forderungen für handwerksfreundliche Städte und Gemeinden