Einwanderungsgesetz  20.04.2018

Handwerk fordert qualifizierte Zuwanderung

"Die Aufnahme von Flüchtlingen aus humanitären Gründen steht außer Diskussion", sagte Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold. Aber dies dürfe nicht über die Notwendigkeit einer arbeitsmarktorientierten Zuwanderung von qualifizierten ausländischen Fachkräften aus Drittstaaten hinwegtäuschen.


Für eine dauerhafte Integration von Fachkräften in den Arbeitsmarkt stoße das Integrationsgesetz an seine Grenzen. Reichhold forderte ein neues Einwanderungsgesetz als zweite Säule für die qualifizierte Zuwanderung in Ausbildung und Arbeit. "Viele Handwerksbetriebe suchen vergeblich nach neuen Mitarbeitern", erklärte Reichhold. Allein im baden-württembergischen Handwerk fehlen 45.000 Fachkräfte, nahezu 10.000 Ausbildungsplätze konnten nicht besetzt werden. Reichhold: "Natürlich kann ein solches Gesetz die Personalnöte nicht vollständig beheben, aber es wäre ein wichtiger Beitrag, um mehr Fachkräfte gerade in Mangelberufen gewinnen zu können." Es könne die bestehenden komplizierten und über viele Gesetze und Verordnungen verstreuten Regelungen zusammenfassen und verständlicher machen. Es müsse vor allem beruflich Qualifizierte in den Blick nehmen und dazu beitragen, dass gerade auch Nicht-Akademiker in Mangelberufen unbürokratisch Arbeit finden.

Die Integration von Flüchtlingen sei für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft eine große Herausforderung, unterstrich Reichhold. Das Handwerk stelle sich mit großem Engagement dieser Aufgabe. Aktuell bilden die Betriebe rund 2.000 Flüchtlinge in verschiedenen Handwerksberufen aus.