Klimaschutz  28.11.2019

Handwerk lebt Energiewende

Morgen soll es erneut einen globalen Klimastreik geben; außerdem wird im Bundesrat das Klimapaket beraten. In dieser Woche hat eine aktuelle Studie gezeigt, dass Baden-Württemberg im Bundesländervergleich beim Ausbau der Erneuerbaren Energien weit vorne liegt. Das baden-württembergische Handwerk hat an diesem Erfolg wesentlichen Anteil. Trotzdem plädiert Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold für realistische Klimaschutzziele, die auch von den Kunden akzeptiert werden.


„ Es nützt nichts, immer neue Ziele und Vorgaben zu setzen, wenn sie von den Menschen nicht umgesetzt werden können - oder diese sich bewusst verweigern. Hier setzt die gemeinsame Energiewendekampagne von Handwerkstag und Umweltministerium an, mit der wir die Kunden aufklären, warum eine Maßnahme der energetischen Gebäudesanierung notwendig ist und welche Kosten- und Klimavorteile diese bietet. Nur wenn die Menschen die Zusammenhänge verstehen, unterstützen sie auch die Energiewende. Das baden-württembergische Handwerk trägt so bereits jetzt jeden Tag zu mehr Klimaschutz und dem Gelingen der Energiewende bei“, sagt Reichhold.

Als „Partner der Energiewende“ hat das Landeshandwerk entscheidenden Anteil daran, dass Gebäude und Energiesysteme klimafreundlicher und energieeffizienter werden – durch den Austausch alter Heizungsanlagen, die Verwendung von recycelten Baustoffen, die Einrichtung von Smart Homes für mehr Energieeffizienz, das ökologische Bauen mit Holz oder den Einbau von Photovoltaikanlagen. „Es mag manchmal teurer sein, energetisch effizient zu sanieren oder bei der Heizungstechnologie auf erneuerbare Energien zu setzen, für ein besseres Klima und langfristig auch für den eigenen Geldbeutel lohnt es sich aber“, so Reichhold weiter.

Mit Blick auf das Klimaschutzpaket fordert der BWHT-Präsident die Landesregierung auf, die Gesetze im Bundesrat nicht zu verzögern, sondern für eine schnelle Verabschiedung zu sorgen. Sonst fehle es weiter an der dringend notwendigen Planungssicherheit für Bürger und Unternehmen; sinnvolle Sanierungsmaßnahmen könnten wegen der fehlenden Gesetzesgrundlage immer weiter verschoben werden. „Das wäre kontraproduktiv für den Klimaschutz. Wir appellieren an die Politik, die Klima- und Energiepolitik grundsätzlich und ganzheitlich neu auszurichten– zukunftsfähig, praxisbezogen und unbürokratisch, ganz im Interesse der Energiewende und der Bürger“, so Reichhold abschließend.