2. Quartal 2021  15.09.2021

Höhere Umsätze trotz rückläufiger Beschäftigung

Nach den vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes ist der Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk im zweiten Quartal 2021 im Vorjahresquartalsvergleich um 11,5 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ging jedoch die Beschäftigung um ein Prozent zurück.


Da mittlerweile viele coronabedingten Einschränkungen weggefallen sind, überrascht das kräftige Umsatzplus gegenüber dem Vorjahresquartal nicht. Blickt man jedoch auf den Vorquartalsvergleich, so nahm dieser mit 25 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich zu. Zum Vergleich: IM Vor-Corona-Jahr 2019 lag die Steigerung von ersten auf das zweite Quartal nur bei 16 Prozent. Nach einer Schätzung des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) lag der Umsatz im gesamten ersten Halbjahr 2021 um 1,3 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2019.

Im Vorjahresvergleich zeigen sich die Nachwirkung der Pandemie deutlich - alle Berufsgruppen konnten ihre Umsätze steigern. Besonders die im letzten Jahr stark von der Pandemie betroffenen Gewerkegruppen haben aufgeholt: So stieg der Umsatz im Gesundheitshandwerk um 27,3 Prozent und im Kraftfahrzeuggewerbe um 25,3 Prozent. Die Handwerke für den gewerblichen Bedarf erwirtschafteten 19,4 Prozent mehr Umsatz. Geringere Zuwächse gab es im Ausbau- (6,2 %) und im Bauhauptgewerbe (+0,6%), die beide nur wenig mit pandemiebedingten Einschränkungen zu kämpfen hatten. Das Lebensmittelgewerbe kam auf ein Plus von 3,2 Prozent, die persönlichen Dienstleister auf fünf Prozent.

Allerdings ging die Beschäftigung im Durchschnitt um ein Prozent zurück. Kleine Zuwächse erzielten das Ausbaugewerbe (+0,7%), das Gesundheitsgewerbe (+0,6%) und das Bauhauptgewerbe (+0,4%). In den vier anderen Gruppen nahm die Beschäftigung teilweise deutlich ab. So ging die Zahl der tätigen Personen bei den persönlichen Dienstleistern um 3,6 Prozent zurück, im Lebensmittelhandwerk um 3,3 Prozent. Es ist nicht auszuschließen, dass sich durch die langen Schließungen bei körpernahen Dienstleistungen oder im Catering- und Cafébereich Mitarbeitende eine andere Tätigkeit gesucht haben. Im Kfz-Gewerbe sank die Zahl der tätigen Personen um 2,6 Prozent, beim Handwerk für den gewerblichen Bedarf um zwei Prozent.

Die Umsätze im zulassungsfreien Handwerk stiegen um 10,3 Prozent.

Quartalsdaten beim Statistischen Landesamt