3. Quartal 2022  09.12.2022

Hohe Umsatzsteigerungen in enregieintensiven Gewerken

Laut dem Statistischen Landesamt ist der Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk in Baden-Württemberg im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,3 Prozent gestiegen. Allerdings ist in den nominalen Angaben die Preisentwicklung nicht berücksichtigt.


Auffällig sind die hohen Umsatzsteigerungen in Gewerken, die energieintensiv sind oder energieintensive oder metallische Vorprodukte nutzen. So stiegen die Umsätze bei den Glasern um 17,3 Prozent, bei den Elektrotechnikern um 14,8 Prozent und bei den Fleischern um 10,6 Prozent. Dennoch ist nicht davon auszugehen, dass die Betriebe ihre Kostensteigerungen komplett weitergegeben haben. Viele Betriebe können dies auf Grund fehlender Zahlungsbereitschaft der Kunden oder hoher Wettbewerbssituation nicht oder nur teilweise tun. Insgesamt geht der Baden-Württembergische Gandwerkstag (BWHT) davon aus, dass die reale Umsatzentwicklung leicht negativ war.

Nach den Angaben des Amtes stiegen die nominalen Umsätze am stärksten im Bauhauptgewerbe (13,5%) und im Ausbaugewerbe (+11%). Danach folgen das Lebensmittelgewerbe (8,2%) und die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (7,5%). Die geringsten Umsatzsteigerungen hatten das private Dienstleistungshandwerk (4,2%) und das Kfz-Gewerbe (1,7%). Im Gesundheitsgewerbe war die Umsatzentwicklung mit -0,6 Prozent sogar leicht negativ. Hier besteht eine besondere Problematik: Gesundheitshandwerke arbeiten durch ihren großen Maschineneinsatz durchaus energieintensiv. Sie können aber die gestiegenen Kosten kaum weitergeben, da dies die Vergütungsstrukturen der Krankenkassen nicht vorsehen. Im zulassungsfreien Handwerk stiegen die Umsätze um 6,3 Prozent.

Die Zahl der tätigen Personen sank im zulassungspflichtigen Handwerk um 1,1 Prozent. Starke Rückgänge gab es beispielsweise bei den Friseuren (-5,9%) und den Bäckern (-3,4%). Kleine Steigerungen gab es unter anderem in Ausbauberufen, die im Geschäftsfeld Energieeinsparung tätig sind, so bei den Rollladen- und Sonnenschutztechnikern, (1,7%), Elektrotechnikern (1,2%) oder Installateuren und Heizungsbauern (0,5%). Dennoch könnten in diesen Berufen noch sehr viel mehr Fachkräfte eingestellt werden.

Quartalsdaten beim Statistischen Landesamt