Künstliche Intelligenz  06.11.2018

Risiken minimieren, Chancen nutzen

Die Landesregierung hat heute ihr Strategiepapier zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) vorgestellt. Damit soll sichergestellt werden, dass Baden-Württemberg auch in Zukunft ein führender Wirtschaftsstandort bleibt. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) begrüßt die Vorreiterrolle des Landes, mahnt aber die Klärung vieler offener Fragen bei Datenschutz, Datennutzung und Datenverwertung an.


„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um eine Strategie zur Künstlichen Intelligenz vorzulegen; Baden-Württemberg sollte an der Spitze der Bewegung sein. Denn das Themenfeld kann auch für das Handwerk eine Vielzahl von Chancen bieten. KI-Technologien haben das Potenzial, die Mitarbeiter von eintönigen Aufgaben zu befreien und neue Herausforderungen anzubieten. So können mehr Freiräume für das eigentliche Handwerk entstehen. Es werden sich neue Geschäftsmodelle und Märkte entwickeln“ so Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold.

Es sei lobenswert, dass die Landesregierung auch ein Mittelstandsprogramm ins Leben rufe und nicht nur auf die Forschung setze. Reichhold: „Alle Wirtschaftszweige müssen miteinbezogen werden, gerade in einem so mittelständisch geprägten Bundesland. Der Bedarf an mehr Informationen und den Auswirkungen von KI auf das Handwerk ist groß. Gerade kleine Betriebe haben aber nicht die Kapazitäten, hier ohne Unterstützung tätig zu werden. Wir wünschen uns für dieses Programm eine Ko-Finanzierung durch den Bund, damit durch ein abgestimmtes Angebot ein flächendeckender und niederschwelliger Wissenstransfer in kleine und mittlere Unternehmen erfolgen kann.“

Wichtig sei, dass entstehende Fragen von Datenqualität, -hoheit, und –zugriff zeitnah geklärt würden. Bereits heute generieren viele „intelligente“ Haushaltsgeräte permanent Daten. KI-Lösungen dürften nicht dazu führen, dass der Datenschutz zukünftig ausgehebelt würde. „Die Politik muss außerdem sicherstellen, dass auch die Gewerbe, die direkt mit dem Kunden zusammenarbeiten, Zugriffs- und Verwertungsrechte auf erhobene Daten erhalten und diese nicht den großen Herstellern vorbehalten sind. Sonst haben Handwerksbetriebe zunehmend Wettbewerbsnachteile“, mahnt Reichhold. Es sei vor allem Aufgabe der Europäischen Union, rechtliche und ethische Rahmenbedingungen zügig abzustecken und Risikofelder offenzulegen.

Pressemitteilung der Landesregierung zum Thema