1. Quartal 2020  17.06.2020

Schließungen und Industrieschwäche treffen das Handwerk

Laut der vierteljährlichen Handwerksberichterstattung des Statistischen Landesamts nahm der Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk in Baden-Württemberg im 1. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal zwar um 2,1 Prozent zu. Corona-bedingte Schließungen und die aktuelle Schwäche der Industrie trafen jedoch einzelne Gewerke hart.


Erneut gab es die stärksten Umsatzsteigerungen im Baugewerbe: Während der Umsatz im Bauhauptgewerbe um 10,2 Prozent stieg, legte das Ausbaugewerbe um 6,1 Prozent zu. Beide Gewerbegruppen waren von der aufkommenden Corona-Pandemie wenig betroffen. Mit 5,9 Prozent haben die Umsätze im sonst wenig konjunktursensiblen Lebensmittelhandwerk außergewöhnlich stark zugelegt - womöglich aufgrund von sogenannten "Hamsterkäufen". Der zehnprozentige Umsatzanstieg bei den Fleischern war vor allem durch mehr Verkäufe an der Theke bedingt. Im Gesundheitsgewerbe blieb der Umsatz praktisch konstant (+0,1%).

In drei Handwerksgruppen ging der Umsatz zurück: Dass er im Kfz-Gewerbe um 2,3 Prozent sank, dürfte auch auf die Schließung der Handelsteile Ende März zurückgehen. Der Rückgang von 2,8 Prozent bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf hingegen ist alleine den Feinwerkmechanikern geschuldet, bei denen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,9 Prozent sanken. Als Zulieferer ist das Gewerk stark von der anhaltenden Schwäche der Industrie betroffen. Die übrigen Gewerke der Gruppe lagen allesamt im Plus. Mit einem Rückgang von 5,7 Prozent verzeichneten aber auch die persönlichen Dienstleistungshandwerke einen drastischen Umsatzrückgang. Die Gründe in dieser von Friseurbetrieben (-10%) dominierten Gruppe dürften sowohl in Salonschließungen als auch in einer Verunsicherung bei den Kunden zu suchen sein.

Da die Corona-Pandemie erst ab den letzten Wochen des Quartals flächendeckend Auswirkungen hatte, sind für das zweite Quartal sehr viel drastischere Umsatzeinbrüche zu erwarten.

Quartalsdaten beim Statistischen Landesamt