Transferpreis Handwerk + Wissenschaft  12.07.2018

Seifriz-Preis zum 30. Mal verliehen

Gemeinsam mit der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Nicole Hoffmeister-Kraut, hat der Verein Technologietransfer Handwerk e.V. im Rahmen der Jahresbegegnung des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) heute Nachmittag zum 30. Mal den Transferpreis Handwerk + Wissenschaft verliehen. Erneut erhielten drei Handwerksbetriebe und Wissenschaftler, die gemeinsam ein Produkt marktreif entwickelt haben, ein Gesamtpreisgeld von 15.000 Euro.


Die Gewinner des Transferpreises 2018:

Hochleistungssport in 3D-Format – Maßangefertigte Ski-Einlegesohlen
Marco Krückemeier, Geschäftsführer des Kölner Handwerksbetriebs „go3-Die Bewegungsexperten“ und Christopher Kreft von der Deutschen Sporthochschule Köln entwickelten gemeinsam eine orthopädische Einlage für Skischuhe, die individuell und nach Maß in einer 3D-Scan- und Druck-Technologie angefertigt wird. Ziel dabei ist es, die Performance im alpinen Skifahren zu verbessern. Durch das 3D-Verfahren kann auf alle anatomischen Voraussetzungen der Kunden eingegangen und die Sohle auf Grund der gespeicherten anatomischen und bio-mechanischen Daten jederzeit reproduziert werden. Durch die ebenfalls neue Konstruktionsweise mit einer unterfütterten Längsgewölbeschale wird beim Skifahren eine höhere Kraftübertragung vom Athleten auf den Ski  ausgeübt und somit die Performance optimiert.

Dezenter Schatten – Rundbogenmarkise mit intelligenter Seilführung
Metallbauermeister und Geschäftsführer Hubertus Haking des Betriebs Haking Metallbau GmbH in Ladbergen und Professor Dr. Klaus Baalmann von der Fachhochschule Münster entwickelten gemeinsam eine neue Beschattungsmarkise, bei der die Seile, die für das Ein- oder Ausfahren nötig sind, innerhalb der Schiene verbleiben. Hierdurch sind im eingefahrenen Zustand der Markise keinerlei Schienen oder Seile zu sehen. Die Markise passt sich somit an das Gesamtbild der Gebäude an und bietet somit auch für historische Bauwerke eine optisch stimmige Lösung, da die Fassadenansicht nicht beeinträchtigt wird.

Weniger ist mehr – optimierte Haarschneidetechnik mit dem Calligraphy-Cut
Elastischere, frisierbarere Haare und mehr Volumen! Gemeinsam haben Friseurmeister Frank Brormann, Inhaber des Friseursalons 360° Haare in Oelde, und Professor Dr. Jürgen Peterseim von der Fachhochschule Münster den weiblichen Traum wahr werden lassen. Dafür entwickelten sie einen Calligraphen, der die Haare konstant auf dem gleichen Winkel so anschneidet, dass die Haarspitze in der Oberfläche vergrößert wird und somit die oben genannten Haareigenschaften erreicht werden. Durch den Calligraphen und den verbundenen Untersuchungen mit unterschiedlichen Schneidewerkzeugen konnte bewiesen werden, dass verschiedene Schneidetechniken einen Einfluss auf die Schnittqualität haben. Mit dem entwickelten Instrument wird zudem die Haarspitze nachhaltig geschont. Ein Ergebnis, das auch im Ausland bereits Anklang findet.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der Jahresbegegnung des Baden-Württembergischen Handwerktags in der Handwerkskammer Region Stuttgart statt. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold gratulierten den Preisträgern persönlich. Überreicht wurde der Preis von Professor Dr. Johann Löhn, Präsident der Steinbeis-Hochschule Berlin und Vorsitzender der Jury, sowie den Preisgeldsponsoren Thomas Gräßle, Regionalleiter der SIGNAL IDUNA Gruppe und Olaf Deininger, Chefredakteur des handwerk magazins.

Seifriz-Preis Website

Festschrift zum Download

Filme zu den Preisträgerprojekten