3. Quartal 2021  10.12.2021

Vorprodukt- und Rohstoffpreise heben Umsätze

Nach den vorläufigen Ergebnissen der Handwerksberichterstattung des Statistischen Landesamtes sind die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk in Baden-Württemberg im dritten Quartal um 3,2 Prozent gegenüber den Vorjahresquartal gestiegen. Bundesweit lag der Zuwachs bei 3,6 Prozent.


Das größte Umsatzplus mit 16 Prozent verzeichneten die Handwerke für den gewerblichen Bedarf. Darunter fallen beispielsweise die Feinwerkmechaniker, deren Umsätze überdurchschnittlich um 18,7 Prozent gestiegen sind. Ein großer Teil der Umsatzsteigerungen geht aber wohl auf Preissteigerungen bei Vorprodukten und Rohstoffen, wie beispielsweise Metallen, zurück. So waren im September 2021 nach den Angaben des Erzeugerpreisindex Metalle rund 35 Prozent teuer als im Vorjahresmonat.

Das Ausbaugewerbe steigerte die Umsätze durchschnittlich um 6,7 Prozent. Elektrotechniker (+9,8%) sowie Installateure und Heizungsbauer (+9,6%) konnten ihre Umsätze stark steigern, wobei wohl auch dort ein Teil des Umsatzanstieges von Preissteigerungen bei Vorprodukten (Kabel, Elektronik) verursacht wurde. Demgegenüber hielten Stuckateure den Umsatz ungefähr konstant (+0,3%).

Die Umsätze im Gesundheitsgewerbe legten um 3,8 Prozent zu, im Nahrungsmittelgewerbe durchschnittlich um 1,5 Prozent. Kräftig zugelegt haben Bäcker (+5,8%) und Konditoren (6,1%). Die noch insgesamt gute Corona-Situation im dritten Quartal machten Veranstaltungen und Feste möglich. Caterer und Cafés profitierten. Im Bauhauptgewerbe stiegen die Umsätze um 0,7 Prozent.

In zwei Gruppen war die Umsatzentwicklung negativ. Im Kraftfahrzeuggewerbe sanken die Umsätze um 8,1 Prozent. Bei den Kfz-Technikern waren wohl vor allem fehlende Fahrzeuge wegen des Chipmangels, aber auch leere Gebrauchtwagenhöfe der Grund. Bei den Zweiradmechanikern traf eine zwar hohe Nachfrage auf ausbleibende Lieferungen von Komponenten. Bei den persönlichen Dienstleistungshandwerken, deren größte Gruppe die Friseure sind, sank der Umsatz um 4,5 Prozent. Vorsicht der Kundschaft war vermutlich der Grund.

Die Beschäftigung war im Ausbauhandwerk konstant, in allen andern Gruppen ging sie zurück. Insgesamt lag der Rückgang, wie im Bundesdurchschnitt, bei 1,2 Prozent. Die größten Rückgänge verzeichnete das Dienstleistungshandwerk mit 4,5 Prozent sowie das Nahrungsmittelhandwerk mit 3,1 Prozent. Darunter haben Konditoren (-8,0%) und Bäcker (-6,2%) überdurchschnittlich viel Personal verloren. Es ist davon auszugehen, dass sich Mitarbeitende dieser Branchen durch die Lockdowns und die Unsicherheit andere Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht haben und es den Betrieben schwerfiel, die Stellen nachzubesetzen.

Für das gesamte Jahr 2021 rechnet das Handwerk mit einem Umsatzplus von zwei Prozent.

Quartalsdaten beim Statistischen Landesamt