EU-Strukturpolitik  29.05.2019

Wirksame Förderprogramme beibehalten

Heute hat die Landesregierung das Ergebnis einer Online-Umfrage zum Europäischen Sozialfonds (ESF) vorgestellt. Interessenten waren dazu aufgerufen, sich an der Ausgestaltung der neuen Förderperiode ab 2021 zu beteiligen. Auch der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) hat sich in die Diskussion eingebracht. Der Verband hat ein Positionspapier verabschiedet, in dem er unter anderem die Beibehaltung wirksamer Programme fordert.


„Aus Mitteln des Sozialfonds werden zahlreiche Programme angeboten, die die eigenen Beratungsangebote vieler Handwerksorganisationen im Land sinnvoll ergänzen. Für das Handwerk ist es umso wichtiger, dass Programme, die den Betrieben bekannt sind und sich etabliert haben, auch nach 2020 weitergeführt werden. Wir freuen uns, dass das Wirtschaftsministerium die Wünsche der Wirtschaft berücksichtigt und die Förder-Schwerpunkte weiterhin beibehalten will“, betont Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold.

Ein Ergebnis der Umfrage: Teilnehmer aus dem Wirtschaftsbereich sehen ihre Förder-Schwerpunkte in den Bereichen Bildungswesen, lebenslanges Lernen und Anpassung an den Wandel. Unter dem Bereich „Anpassung an den Wandel“ werden derzeit Maßnahmen wie Coaching für KMU, Beratungen für Existenzgründer (EXI-Gründungsgutschein) oder die Nachfolgemoderation mit europäischen Geldern bezuschusst. Diese Programme sind im Handwerk sehr beliebt.

Das Handwerk fordert außerdem einen drastischen Bürokratieabbau. Selbst bei kleinteiligen Förderprogrammen ist teilweise eine Datenerfassung von mehreren Seiten pro Teilnehmer vorgesehen. Das wirkt abschreckend auf die Betriebe. Hier sieht der BWHT das Land und die EU in der Pflicht.

„Wir werden den weiteren Prozess kritisch und konstruktiv begleiten. Jetzt kommt es darauf an, dass sich die Forderungen und die Ergebnisse der Umfrage in der Programmgestaltung wiederfinden. Das Handwerk ruft alle beteiligten Akteure dazu auf – von der EU über den Bund bis hin zum Land – zügig und ohne Verzögerungen zu arbeiten, damit die neuen Programme baldmöglichst nach Beginn der Förderperiode zur Verfügung stehen. Eine Förderlücke ist den Betrieben nicht vermittelbar“, appelliert Reichhold abschließend.

Positionspapier: Europäische Strukturpolitik nach 2020